Meditation 10.11.2020

Seit geraumer Zeit zünde ich so oft ich kann meine wunderschöne Kerze an, setze mich aufrecht hin und übe mich im Meditieren. Ich höre unterschiedlich geführte Meditationen von Dr. Joe Dispenza, Robert Betz, Deepak Choprah, Laura Malina Seiler, Eckart Tolle oder Tenzin Wangyal Rinpoche und versuche, der jeweiligen Anweisung und Stimme zu folgen. Selten fällt es mir aber so schwer, mich auf etwas zu konzentrieren, wie bei der Meditation! Ich konzentriere mich auf meinen Atem, ich atme tief ein und aus, ich schließe die Augen, vermeintlich mache ich alles richtig, ertappe mich aber häufig dabei, mit meinen Gedanken abzuschweifen oder gar einzudämmern. Einige wenige Male habe ich schon Erfolg bei meiner inneren Einkehr haben dürfen und war danach erfüllt und sehr bewusst. Mir geht es mit meinem liebgewonnenen Ritual sehr gut, es hilft mir, zur Ruhe zu kommen oder mich auf die wirklich wichtigen Dinge wie zum Beispiel Dankbarkeit zu besinnen. Ich benötige noch viel Übung darin, ich hätte nie gedacht, dass mich das meditieren so fordert, es lohnt sich aber für mich in jedem Fall, dran zu bleiben. Besonders gerne gehe ich morgens in mich, um meine Präsenz für den vor mir liegenden Tag bewusst zu machen, denn Eckart Tolle weiß, dass nur „Jetzt“ der Moment ist, den wir alle haben. Präsent den Moment zu leben ist ähnlich herausfordernd wie die Meditation, da wir durch verschiedenste Reize ständig vom eigentlichen Jetzt abgelenkt werden. Wenn ich merke, dass ich mit meinen Gedanken ganz wo anders bin als bei dem, was ich im Augenblick tue, schließe ich für drei tiefe Atemzüge die Augen. Dann fühle ich mich körperlich und geistig wieder an dem Ort, an dem ich gerade bin. Meine Erfahrung ist, dass tatsächliche Präsenz viele Abläufe und Situationen klar und einfach macht, Konflikte vermieden werden können und man zeigt, dass man sein Gegenüber oder seine Aufgabe wirklich Ernst nimmt. Das wünsche ich mir für mich und meine Mitmenschen!

Schönen Abend

Lange Schatten 09.11.2020

Heute Morgen beim Gassi Gehen fotografiere ich die schöne Landschaft. Dabei lichte ich meinen eigenen Schatten mit ab. So schön groß bin ich als Schattenbild. Tiefstehende Sonne, langer Schatten! Die Redewendung „das Ereignis wirft lange Schatten voraus“ kommt mir in den Sinn. Etwas, das sehr nachhaltige und langfristige Folgen und Konsequenzen hat. Ich denke über solche Ereignisse nach. Über Unfälle, getroffene Entscheidungen, Gesagtes, Katastrophen, Zufälle… Ich denke, selten sind solche Situationen mit ihren Konsequenzen absehbar, planbar oder im Vorfeld spürbar. Oft lösen sie Schockzustände aus und benötigen sehr viel Aufarbeitungszeit. Automatisch assoziiere ich den langen Schatten negativ, positive lange Schatten erscheinen mir nicht existent. Liegt es am Wort „Schatten“? Ist das für mich zu negativ besetzt? Ich denke weiter. „Ohne Schatten kein Licht“. Auch hier ist es der Schatten, der die schwierigen Seiten symbolisiert. Es gibt aber auch „Schatten spenden“, wenn man der Sonne gnadenlos ausgesetzt ist, weiß man den Schatten sehr zu schätzen. In der Literatur ist der Schatten oft gefährlich, lauernd, verfolgend. Die „Schattenseite des Lebens“ ist die weniger glückhafte Zeit im Leben, die jeder auf die eine oder andere Weise kennenlernt. Für mich stelle ich heute fest, ich mag meinen Schatten. Mein Schatten ist immer bei mir, treu ergeben begleitet er mich, er ist einfach da. Positive lange Schattenereignisse sind mir auch eingefallen. Zum Beispiel die Geburt meiner Tochter. Ein sehr willkommen nachhaltiges Ereignis. Ich versuche, positive lange Schatten zu sammeln. Und herauszufinden, was die negativen Schatten für eine positive Seite oder womöglich sogar Lerneffekte für mich bereithalten.Ich wünsche uns allen noch ganz viele Tage tiefstehende Sonne in diesem November, vor allem weil Sonne glücklich macht, aber auch, weil sie unseren Schatten so wächsen lässt 🙂

Christine

Noch ein Schatten…
Und noch einer…

Die Macht der Gedanken

Gestern habe ich das Buch „Wie wir denken so leben wir“ von James Allen gelesen. Im englischen Original „As a man thinketh“. Ich bin so beeindruckt von diesem schmalen Bändchen, weil James Allen, geboren am 28. November 1864 und gestorben im Jahre 1912 sich eines wichtigen Themas, der Macht unserer Gedanken, angenommen hat und dies mit unfassbar zeitloser Art und Weise beleuchtet. Allen verlor sehr früh seinen Vater und war fortan mit verantwortlich für die Versorgung der Familie und dennoch warf er nicht die Flinte ins Korn und fühlte sich von da ab als Opfer der äußeren Umstände, sondern nahm sein Schicksal selber in die Hand. Er arbeitete sich hoch bis zum Geschäftsführerposten, folgte seinem Traum, Schriftsteller zu werden, sein großes Idol war Leo Tolstoi. Die Kernaussage des Buches ist, dass ein glückliches Leben auf glücklichen, guten, lauteren Gedanken beruht, die sich unter anderem auf die eigenen gesetzten Ziele fokussieren sollten. Handlungen und Verhalten sollten diesen Gedanken entsprechen. Stimmt das Gedankengut mit dem Verhalten überein, ist man auf dem besten Weg, ein glücklicher Mensch zu werden. Ohne Anstrengung ist leider, wie bei allem im Leben, auch hier nichts zu holen, ohne Fleiß kein Preis, Gedankenkontrolle ist ein hartes Training, wie ich zum Beispiel beim Meditieren immer wieder feststelle, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass James Allen mit seinen Überlegungen ins Schwarze trifft. Besonders berührt war ich beim Lesen des Nachwortes, in dem Allens Witwe erwähnt ist wird, die erzählte, dass ihr Mann niemal über etwas rein theoretisches schrieb sondern nur über Dinge, die er selbst erlebt, erfahren, ausprobiert und für brauchbar befunden hat. Ich werde jedenfalls weiterhin versuchen, zu überprüfen, was ich denke, wie ich denke und, falls ich feststelle, es passt nicht zu mir, versuchen, meine Gedanken durch passende zu ersetzen. Eine schöne Herausforderung! Und ein lesenswertes Büchlein!

Schönen Sonntag Abend!

Humor 07.11.2020

Bei aller Herausforderung und schwieriger Situation darf man NIEMALS das Lachen vergessen! Lachen befreit ungemein und lockert jede noch so angespannte Lage unglaublich auf. Treffen mit Menschen, mit denen man viel lachen kann sind so wichtig! Man kann sich selbst jeden Augenblick fragen, ob man eine Situation schwer oder leicht nehmen will, ob es vielleicht sogar witzige Momente in einer schwierigen Lage gibt. Ich kann bei mir eindeutig einen Hang zu rabenschwarzem Humor entdecken, der mir beispielsweise im Wartezimmer im Brustzentrum immer wieder ein Lächeln entlockte. Man müsste mal Aufklärungsarbeit in dieser Branche leisten, finde ich seitdem, weil die einschlägigen Flyer, die man sich zur Information dort mitnehmen kann, verdächtig schwarzseherisch wirken (z.B. „Ein Testament machen“!!!). Hat man eine einigermaßen lange Wartezeit dort und war vor seinem Termin noch guter Dinge und optimistisch, schafft es der Prospekthalter garantiert, Endzeitstimmung zu erzeugen. Schallend lachen musste ich auch, als ich das erste Mal ohne Brustprothese außer Haus ging und erst im Spiegel des Einkaufszentrums bemerkte, dass ich was vergessen hatte.

In Phasen, in denen meine Stimmung zu kippen droht und ich allzu schwermütig in den Tag hineinlebe, suche ich mir eine richtig witzige Komödie heraus. In meinem Fall sind das alte und manchmal auch neue Filme, manchmal welche, die ich schon kenne, damit ich sichergehen kann, dass ich was zu lachen sehe, manchmal traue ich mich auch an neue Filme heran. Ich liebe auch kurze, lustige Videos oder witzige Sprüche und Bilder aus dem Netz. Ab und zu reicht tatsächlich schon, das Gehirn zu überlisten und einfach zu lächeln oder loszulachen. Wichtig ist für mich, ob all der Schwierigkeiten nicht auch noch Trauerfalten im Gesicht zu fördern, da sind mir Lachfalten EINDEUTIG lieber!

In diesem Sinne, einen lustigen Samstag Abend!

Christine

Dieses Bild ist beim Malen zu fröhlicher Musik entstanden

Trauer 05.11.2020

Sie kommt und geht, wann sie will. Sie überfällt mich in Situationen, wenn ich überhaupt nicht damit rechne. Sie fühlt sich schwer, zäh und duster an. Ich wundere mich oft, wenn sie da ist, da doch nun alles in Ordnung ist, ich geheilt bin und dankbar sein kann über meinen ganz persönlichen Weg. Dennoch kommt sie. Und verlangt, dass ich sie Ernst nehme. Ich trauere um den Verlust eines Teiles von mir, über mein vergangenes Leben, das ich so unbedarft nicht mehr leben werde, ich trauere um den Einschnitt, den meine Tochter so jung erleben muss mit all meinen Stimmungen und Begleiterscheinungen, ich trauere um meine nicht genutzten Chancen und Träume, Dinge, die ich vor mir hergeschoben habe, auf später verschoben, die ich vielleicht nicht mehr umsetzen kann. Ich trauere um meine verlorene Unversehrtheit, manchmal fühle ich mich wie ein angeschossenes Reh, das sich im Unterholz versteckt und seine Wunden leckt. Gerade die Trauer ist eine Emotion, die durchlebt werden muss. Laut Elisabeth Kübler-Ross gibt es 5 Phasen der Trauer, die alle individuell verlaufen und unterschiedlich lange dauern (Leugnen, Wut, Verhandeln, Depression, Akzeptanz). Ich bin mit mir selber oft ungeduldig und unbarmherzig, treibe mich an, nun endlich aus diesem Selbstmitleid auszusteigen, das Leben zu genießen, anstatt in Trauer zu versinken. Nur ist das systemimmanent. Die Trauerphasen sind Fakt. Jeder muss auf seine Art durch. Ich übe mich in liebevoller Annahme meiner eigenen Art des Umgangs…

Emotionen

Gefühle sind ein besonderes Thema für mich. Im Laufe meines Lebens habe ich für mich gelernt, dass manche Emotionen „gut“ sind, andere „schlecht“. Die meisten Menschen werden von ihren Bezugspersonen dahingehend geprägt und lernen, mit ihren Emotionen an die jeweilige Umwelt angepasst umzugehen. Wir unterdrücken, zeigen, spielen Rollen, bremsen uns aus, beschimpfen uns selbst, benutzen, manipulieren… die Bandbreite unseres Repertoires, mit Gefühlen umzugehen, ist groß. Unter Umständen macht uns dieser Umgang auch langfristig unglücklich oder krank. Ich wurde manchmal gefragt, „wie fühlt es sich für dich an, wenn…“ und habe festgestellt, dass mein dazugehöriges Gefühl so verschüttet war, dass ich erst mal vermeintlich gar nichts gefühlt habe. In meiner täglichen pädagogischen Praxis mit kleinen Kindern bin ich bemüht, den Kindern einen Wortschatz für ihren Gefühlszustand mitzugeben. Kinder sind meistens gefühlsbetonter, authentischer und ungefilterter als Erwachsene, ihnen fehlt aber oft das richtige Wort zu ihrem Gefühl. Ich konnte feststellen, MIR AUCH! Sehr häufig greife ich auf einen sehr eingeschränkten Wortschatz im Bereich „Gefühle“ zurück, dabei spielen sie eine so große Rolle im Leben! Ich versuche, mich auf Spurensuche zu begeben, welche Emotion wird wodurch ausgelöst? Warum? Welche Erfahrung liegt möglicherweise zugrunde? Und ich kann mittlerweile aus meiner Erfahrung sagen, komische Emotionen haben bei mir immer etwas mit einem Erlebnis aus der Kindheit zu tun. Beschämung, Angst, Bloßgestellt sein, das sind unter anderem meine persönlichen Gefühlsbegleiter, die ich nie angemessen aufgearbeitet habe, die in meiner Kindheit keinen Platz haben durften oder es keine Benennung, kein Gespür dafür gab. Keinen Erwachsenen, der meinen Zustand in meine kindliche Sprache „übersetzt“ hat. Und dazu niemanden, der mir gesagt hat, dass der Zustand okay ist und wieder weg geht. Das Buch von Stefanie Stahl „Das Kind in dir muss Heimat finden“ hat mir geholfen, vieles einzuordnen, was ich nicht verstanden oder gar nicht wahrgenommen habe. Es lohnt sich, sich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen und sie kennenzulernen. Meine nächtlichen, unglaublich kraftraubenden Gedankenkarusselle sind mittlerweile äußerst selten geworden und ich persönlich glaube, das liegt an dieser Auseinandersetzung. Ich habe gelernt, wenn ein Gefühl hochkommt, zu diesem Gefühl in Gedanken „Hallo“ zu sagen, es zu fragen, was es bei mir erreichen will und dann für mich aktiv zu entscheiden, ob ich es annehme oder nicht. Der ruhige tiefe Atem unterstützt diese Arbeit gerade bei aufwühlenden Emotionen enorm. Im Rahmen der Krebsdiagnose empfand ich diesen Umgang und dieses Training besonders wertvoll, weil ich immer das Gefühl hatte, die jeweilige Angst ist nicht mehr diffus, sondern ganz konkret und ich kann mich mit konkreten Ängsten speziell stellen und Lösungen unterschiedlicher Art und Weise finden. Ich kann wieder aktiv sein und muss mich nicht ausgeliefert fühlen! In diesem Sinne, für heute alles Gute und einen schönen Abend!

Christine

Nelly weckt viele verschiedene Emotionen in mir 🙂

Kreativität 03.11.2020

Meine ganz persönliche Therapie

Menschen sind kreativ. Wir haben unterschiedliche Talente, Begabungen und Hobbies. Ich beschäftige mich sehr gern mit Büchern, Schreiben, Sticken, Stricken, Häkeln, Lesen, Musik machen und hören, Malen, Reisen und Fotografieren. Während meines normalen 40-Stunden Arbeitsalltags versuche ich immer, auch Zeit für diese kreativen Beschäftigungen zu finden. Dies gelingt natürlich nicht immer in dem Maß, in dem ich es mir wünsche. Während meiner Krankheit und Genesungszeit habe ich nun das Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron gelesen und mich durch zwölf Wochen „Kreativitäterwecken“ gearbeitet. Dieses Buch war und ist eine Offenbarung für mich! Ich konnte durch das 12-Wochen-Programm vielerlei Erkenntnisse über mich selbst gewinnen, reflektieren und zudem noch viele verschiedene kreative Ideen ausprobieren. Das Buch motiviert z.B. zum täglichen Schreiben von Morgenseiten oder zum Definieren und Visionieren eigener Wünsche und Ziele. Pro Woche reflektiert man über die vergangene Zeit im sogenannten „Künstler Check In“ und man erhält verschiedene Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Abgesehen davon, dass ich mir vorgenommen habe, mich selber besser kennenzulernen und, vor allem, mich annehmen und mögen zu lernen, war für mich sehr gut, ein Ziel vor Augen zu haben, spannende Aufgaben zu erledigen und meine Energie in etwas Positives, in einen Prozess stecken zu können. Anstatt zu grübeln und Ängsten zuviel Raum zu geben, hatte ich eine vielseitige Beschäftigung gefunden, die wirklich eine Reise zu mir selbst war und ist und noch lange nach den 12 Wochen nicht aufhört!

Eine Patchwork-Häkeldecke ist entstanden

Sport und Bewegung 02.11.2020

Dass Sport gut für Körper und Seele ist, wissen wir vermutlich alle. Einen besonderen Stellenwert bekommt der Sport beim Thema „Brustkrebs“, es gibt Studien, die belegen, dass Sport das Risiko des erneuten Tumorwachstums senkt. Ein gutes Argument für mich, meinen inneren Schweinehund regelmäßig zu besiegen und mich zu bewegen. Zu unserer Familie gehören zwei Hunde, die natürlich ihre täglichen Gassirunden einfordern. Lange Spaziergänge im Laufe des Tages sind also grundsätzlich Routine, ich muss gestehen, ohne das charmante Einfordern ihrer Hunde-Rechte würde ich bei Weitem nicht so viel gehen. Natürlich bei jedem Wetter, manchmal dann vielleicht nicht ganz so weit, aber immerhin frische Luft und zügiges Gehen. Neben dem gleichmäßigen Fordern des Körpers mit dem Herz-Kreislauf-System gibt es wunderschöne Naturphänomene auf einer Hundegassirunde zu bestaunen. Das tut der Seele unglaublich gut.

Neben dem Spaziergang praktiziere ich nun regelmäßig Yoga zuhause und bin ein großer Fan von Mady Morrison auf Youtube geworden. In jeder erdenklichen Lebenslage, Anfänger, Fortgeschrittene, alle möglichen Längen und Schwierigkeitsgrade, drinnen, draußen… bei Mady ist wirklich immer was für mich dabei. Ihre unglaublich sympathische, ruhige und achtsame Art motiviert mich immer wieder und mittlerweile freue ich mich immer auf mein Workout (das war bei Gott nicht immer so, denn Übungen wie der „herabschauende Hund“ forderten mich anfangs schwer heraus 🙂 ) Ich habe während meiner Yoga Praxis festgestellt, wie unbeweglich und steif ich bin/war und was das im übertragenen Sinne auch für mein Leben bedeuten konnte. Fragen ergaben sich: Bin ich in allen Lebenslagen so unbeweglich? Bin ich womöglich starrsinnig? Unflexibel? Wie gehe ich mit Veränderungen um? Ich kam also über den Sport zu einer Selbstreflexion, die ich vor allem schreibend be- und verarbeite. Fest steht für mich nun, dass ich nicht unbeweglich bleiben mag und deshalb meinen Körper achtsam und vorsichtig trainiere. Das Geheimnis meines Erfolgs ist dabei, regelmäßig dran zu bleiben, das heißt, mehrmals die Woche, jedoch immer ohne Druck, sonst schade ich mir selber. Ich zünde mir immer eine schöne Kerze an, rolle meine Matte aus und dann geht es los. Es ist mir zu einem liebgewonnenen Ritual geworden und dies ist nicht nur heilsam, wenn man krank ist, sondern im Alltag sehr wertvoll!

Herzliche Grüße

Christine

Selbstfürsorge 01.11.2020

Wirklich wichtig ist in den vergangenen Monaten der Umgang mit mir selber geworden. Nachdem ich bei verschiedenen fantastischen Menschen (Heilpraktikern, Schamanen, Heilern), die ich aufgesucht habe, um Hilfe zu erhalten, erfuhr, dass mein Brusttumor auf der linken Seite oft Menschen trifft, die das Wohl anderer im Fokus haben, sich selbst aber meist vergessen oder sehr nachlässig behandeln, rückte ich mich selber in den Mittelpunkt. In meinem Artikel zur Selbsterkenntnis ließ ich schon durchblicken, dass dies für mich der Dreh- und Angelpunkt meiner kommenden Zeit sein würde, vor allem, um herauszufinden, welche womöglich psychische Komponente meine Erkrankung hatte. Hier scheiden sich die Geister, denn die Psychoonkologin im Krankenhaus erklärte mir in unserem Gespräch kurz nach der OP, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen Psyche und Tumoren gibt, ich für meinen Teil bin anderer Meinung und auf meiner persönlichen Spurensuche hatte ich einige Aha-Erlebnisse! Das Wichtigste an meiner proaktiven Auseinandersetzung mit der Krankheit ist aber nach wie vor, dass ich mich nicht passiv zurücklehne und etwas über mich ergehen lasse, etwas geschehen lasse, sondern aktiv an meiner Heilung mitwirken kann. Das Zauberwort ist für mich Selbstwirksamkeit.

Nun ist für mich sehr wichtig, mich und meine Bedürfnisse erst mal kennenzulernen, meine Grenzen zu erfahren (ja, ich habe in den vergangenen Jahren regelmäßig über meine Grenzen eigenhändig gebügelt und büglen lassen!!!) und meine Emotionen Ernst zu nehmen. Selbstfürsorge ist zu einem wesentlichen Tagesordnungspunkt in meinem Leben geworden. Meditation, Yoga, Musik, Lesen, Regelmäßige Pausen, ein „Nein“, wenn ich fühle, dass ein „Ja“ falsch ist, Zeit für die Zubereitung gesunder Mahlzeiten und Getränke, besonders wichtig für mich ist in diesem Kontext die einmalige Literatur von Anthony William geworden (angefangen habe ich mit dem Buch „Heile deine Schilddrüse“, ca. 8 Monate vor meiner Diagnose, meine folgende Ernährungsumstellung hat mich über die schwierige Zeit sehr gut getragen!). Auch Literatur über Selbstheilung ist mir sehr wichtig, ich finde nämlich fantastisch, wenn man selber etwas zur Verbesserung des eigenen Wohlbefindens durch oft sehr einfache Übungen und Achtsamkeit beitragen kann. Ich fühle mich nicht ausgeliefert, ich kann den Wegabschnitt meines Lebens immer noch mitgestalten und dafür sorgen, dass es gute und schöne Momente und Situationen gibt. Ich werde in folgenden Beiträgen näher auf einzelne Selbstfüsorge-Themen eingehen und meine persönlichen Favoriten vorstellen. Für heute wünsche ich Euch allen einen schönen Ausklang am Sonntag und einen guten, bewussten Start in eine neue schöne Herbstwoche.

Eure Christine

Gesundes Gemüse fängt schon beim guten Saatgut und der guten Pflege an! Ich achte bewusst darauf, wo meine Lebensmittel herkommen und bedanke mich täglich, dass ich sie genießen darf. Ein wichtiger Aspekt im Rahmen meiner Selbstfürsorge!
Herbstzeit ist Erntezeit!

Oktober ist Brustkrebsmonat 30.10.2020

Das Thema Brustkrebs soll und muss ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken, unterstützend gibt es den Brustkrebsmonat Oktober, in dem viele Menschen genau dies durch unterschiedliche Kanäle vorantreiben. Eine frühzeitige Erkennung ist bei dieser Krankheit lebenswichtig! Vorsorge und Vorsicht ist geboten. Ich selber habe den Tumor beim Duschen schon mehrere Monate gespürt, mir aber noch nicht ernsthaft Gedanken gemacht, dass das ein bösartiges Geschwür sein könnte und kein halbes Jahr später meine Brust amputiert werden muss. Zum Thema Brustamputation bin ich auf einen sehr interessanten Verein gestoßen, der sich mit dem Tabuthema „Selbstbewusst ohne Brust“ (Siehe Artikel „Deutsche Welle“ https://www.dw.com/de/selbstbewusst-ohne-brust/a-55423650) auseinandersetzt. Ich finde sehr wichtig, sich eine Meinung und Haltung zu diesem Thema zu bilden, am besten schon frühzeitig, da der erste Anblick nach der Amputation unter Umständen sehr schockierend sein kann. Umso besser, wenn man schon Erfahrungsberichte kennt. Dabei ist für mich immer wichtig, keine negativen zu lesen, sondern positive, lebensbejahende. Fotos von Betroffenen können eine sehr große Hilfe sein. Ich habe mir übrigens noch am Abend vor der OP in Kombination mit einer geführten Trauermeditation ein Gipsmodell mit Gipsbinden aus der Apotheke von meiner Brust angefertigt, die Idee dazu hatte ich im Biergarten tagsüber, als ich mit meiner Freundin über die bevorstehende Zeit sprach. Dieses Modell habe ich in den Wochen nach der OP schön gestaltet, nun ziert es meine Wohnung. Ein Brustaufbau kam bis dato für mich noch nicht in Frage, ich versuche, mit der fehlenden Brust klarzukommen, mit Prothese, damit mein Rücken nicht zu sehr leidet. Ich verspüre nach 4 Monaten noch immer kleine Schocks, wenn ich an die nun flache Stelle fasse oder mich im Spiegel sehe, aber ich bin guter Hoffnung, mich daran zu gewöhnen. Schließlich hat mir diese Amputation viel Leid erspart, es ist also ein Opfer, das sich gelohnt hat.