Ein Montagmorgen im November

Heute Morgen stand ich aus Versehen eine Viertelstunde zu früh auf.  Also um 4:30 Uhr. Als ich meinen Fauxpas bemerkte, war ich schon zu wach,  um nochmal in das gemütliche Bett zu kriechen. Also ging ich auch schon etwas früher Gassi. Buchstäblich bei Nacht und Nebel,  ich konnte die Hand vor Augen nicht erkennen! Kein Spaß, kann ich euch sagen. Zurück daheim stand dann mein Mobiltelefon nicht mehr still… eine Krankmeldung von Kollegen nach der anderen… auch nix Neues dieser Tage… Ich hatte nun die Wahl,  mich aufzuregen, reinzusteigern, wütend auf die Situation zu werden oder…YOGA zu praktizieren. Gott sei Dank habe ich mich für Zweiteres entschieden! Die ruhige Atmung,  das sanfte Dehnen und die Schlussentspannung haben mich gerüstet für diesen Montagmorgen, der nicht so reibungslos begonnen hat,  wie ich mir das gewünscht habe. Gut für mich und gut für die mit mir anwesenden Kinder und Kollegen:-) einen schönen Wochenstart für euch alle!

Christine

Heilung braucht Wahrheit

„Du siehst gut aus!“ höre ich manchmal an solchen Tagen, an denen mein Inneres nicht gut aussieht, ich mich schlecht fühle, hässlich und blöd. Da drängt sich mir die Frage nach der Wahrheit der Aussage meines Gegenübers auf. Ich ertappe mich durchaus selbst auch hin und wieder dabei, Menschen die Wahrheit vorzuenthalten. Meistens aus falsch verstandenem Mitleid, um nicht zu verletzen oder auch Schlimmerem, wie zum Beispiel Schadenfreude, Neid, fehlender Wertschätzung oder Missachtung. Ich befinde mich augenblicklich in einem sehr forderndem Seminar, in dem mein Innerstes nach Außen gekehrt wird. Und der Satz des heutigen Tages für mich ist, „Heilung braucht Wahrheit“, ich habe den Impuls, diesen hier und jetzt mit euch zu teilen. Ich mache mich auf, um ein Stückchen ehrlicher, authentischer zu werden, meine Wahrnehmung der Wahrheit öfter auszusprechen, um Menschen zuzutrauen, diese Wahrheit tragen und meistern zu können und auch die Möglichkeit erhalten, für sich Veränderung zu schaffen, wenn es sich für sie als notwendig anfühlt. Und ich hoffe inständig, dass mir das gelingt. Und wenn es „nur“ ist, dass ein Krümel am Mund meines Gegenübers klebt oder der Rock meiner Kollegin nach dem Toilettengang in der Strumpfhose hängt! Anstatt peinlich berührt zu schweigen, trainiere ich das Ansprechen! Und ich wünsche mir viele kleine Impulse, mich dabei zu unterstützen und es im richtigen Moment nicht zu vergessen, zu verdrängen oder auch zu wenig mutig zu sein!

Vorstellungsgespräch

Seit gefühlt hundert Jahren habe ich ein Vorstellungsgespräch! Ich möchte eine zusätzliche Ausbildung zur Heilpädagogin absolvieren und sitze nun überpünktlich vor der Fachakademie und bin tatsächlich nervös! Interessant, was das mit mir macht, ich kann beobachten, dass ich nicht frei von Ehrgeiz bin, wie ich mir oft einzureden versuche. Was, wenn ich den Platz nicht bekomme? Aus welchen Gründen auch immer, ich weiß, ich werde es ein bisschen persönlich nehmen… was, wenn ich dem Platz ergattere? Dann wage ich mich nach zwanzig Jahren wieder in die Schule. Berufsbegleitend, das bedeutet anstrengender als mein Leben im Moment schon für mich ist… wie so oft in meinem Leben, bin ich hin- und hergerissen, also gebe ich die Entscheidung erst mal an das Auswahlverfahren ab und sehe dann weiter, wenn ich das Ergebnis kenne. Hilft im Vorfeld aus Erfahrung SOWIESO nicht, sich ohne Klarheit in Gedanken zu zerfleischen. So, nun konnte ich meine Gedanken noch kurz niederschreiben und teilen und nun geht’s los! Daumen drücken!

In der Klamm

Eine Klamm ist immer einen Ausflug wert. Die Liechtensteimklamm in St. Johann im Pongau bildet da keine Ausnahme. Die Urgewalt, mit der Wasser sich unter Umständen seinen Weg bahnt, sowie auch der berühmte stete Tropfen, der den Stein höhlt, ist immer wieder beeindruckend. Fantastische Wasserfälle, die aus spektakulären Höhen in die Tiefe fallen, das dröhnende Rauschen und die ewig feucht kalte Luft durchnetzt von feinen oder auch mal weniger feinen Wassertropfen lässt mich immer ehrfürchtig denken, wie lange hier der Fluss schon seinen Weg bahnt, beharrlich, ehrgeizig, zielstrebig, geduldig. Adjektive, die mir im Alltag oft fehlen. Mein Ausflug lässt mich innehalten. Mir wird bewusst, ich darf mit ein Scheibchen vom Fluss abschneiden, mich häufiger an meine Ehrfurcht erinnern und geduldig meine Schritte mal langsamer, mal schneller in Richtung meiner Ziele setzen. Beharrlich bleiben. Schönes Wochenende!

„Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“Pippi

sagt Pippi Langstrumpf! Und damit hat sie vollkommen recht! Die Vorstellung, dass jeder Mensch sein eigenes Leben kreirt und für seine eigene Schöpfung Verantwortung trägt, ist in mancher Hinsicht schwer zu verstehen, vielleicht sogar befremdlich. Lange habe ich versucht zu verstehen, inwiefern ich mir selber meine Höhen und Tiefen gestalte. Mittlerweile bin ich von dieser Wahrheit überzeugt. Morgens, wenn ich aufstehe, entscheide ich ganz allein für mich, wie ich meinen Tag erleben möchte. Situationen, die tagsüber kommen und gehen, werden nur durch meine Interpretationen und Bewertungen zu dem, wie ich sie wahrnehme. Klingt komisch, ist aber für mich so! Je mehr ich morgens fühle, einen guten Tag zu erleben, desto leichter gehe ich durch ihn. Das Zauberwort für mich heißt Vertrauen. Vertrauen, dass alles genau richtig ist, wie es ist! Einen herzlichen Gruß und einen schönen Wochenstart allerseits!

Verantwortung übernehmen

In meiner Gruppe ist eine der Standard- Kinderantworten auf die Frage,  wer etwas nicht aufgeräumt hat: „Ich war es nicht!“ Im Kollegium gibt es wundersame Vorkommnisse wie zum Beispiel leere, nicht gewechselte  Klorollen, herumstehende benutzte Kaffeetassen, verlorene Taschentücher am Boden und viele weitere Erscheinungen… Fragt man in die Erwachsenenrunde nach dem „Täter“, erhält man die gleiche Antwort wie bei den Kindergartenkindern. „Ich war es nicht!“ Wir haben im Team nun beschlossen, Dinge in die Hand zu nehmen, ohne nach der Ursache zu forschen, ohne nach dem“Täter“ zu fanden. Sowohl in der pädagogischen Arbeit als auch im erwachsenen Team. Das spart Zeit und Ärger, bedeutet weniger Falten und ganz nebenbei üben wir uns im Verantwortung übernehmen. Da Kinder sowieso am besten von Modell lernen, üben wir uns in dieser Hinsicht auch im Vorbild sein 🙂

Eine schöne Woche!

Das neue Arbeitsjahr beginnt…

… und ich bin noch dabei, einen guten Rhythmus für mich zu finden. Morgens beim Gassigehen herrscht nun schon absolute Dunkelheit, der Herbst zieht mit großen Schritten ein. Ich genieße nun morgens oft noch einen wundervollen glitzernden Sternenhimmel. Richtung Wald wird mir, je nach Geräuschkulisse manchmal ordentlich mulmig. Da freue ich mich, wenn meine Hunde da sind, es fühlt sich dann viel sicherer an. Eigentlich komisch, denn Stille und Einsamkeit weiß ich berufsbedingt zu schätzen :-. Apropos Beruf! Ein neues Kindergartenjahr hat begonnen und somit zogen einige neue Kinder in meine Gruppe ein. Ebenso mussten wir uns von den Schulkindern verabschieden. Die neue Gruppe muss sich erst finden, unsere Gruppendynamik hat sich komplett verändert. Viele Kinder brauchen morgens Zeit zum ankommen, am liebsten bei uns Pädagogen. Diese Zeit ist jedes Jahr anstrengend, aber auch spannend und schön. Ich bin immer fasziniert, wie sich doch alles nach einiger Zeit und Übung findet. Jedes Kind kommt irgendwann ganz in unserer Gruppe an, jeder findet einen Platz in unserem sozialen Miteinander. Ich wünschte manchmal, die Erwachsenen wären so kompetent, lernfähig und flexibel wie die Kinder! Ich wünsche euch allen eine schöne Woche!

Christine

Ente gut, (fast) alles gut

Nun hat unser diesjährige Entenkükenära tatsächlich schon wieder ein Ende. Alle drei haben einen wundervollen Platz auf dem Bahnhof ergattert. Pepe durfte mit, wir wollten ihr unbedingt die Chance auf ein echtes Entenleben bieten. Die Natur hat es nun so eingerichtet,  dass ein Geschwisterentchen leider nach kurzer Zeit verschollen ist, nun hat sich Pepe mit dem anderen Geschwisterentchen arrangiert. Meine Mama hatte laut eigener Erzählungen eine tolle Zeit mit Ente im Hausflur, Pepe konnte sich schnell an die neue Situation gewöhnen. Anfangs piepste sie noch ab und zu vor unserer Haustür, das legte sich aber auch schnell. Wir hatten im Urlaub genügend Zeit, uns an den Gedanken an einen Alltag ohne Entenküken zu gewöhnen. Bei unserer Entenschar ist wieder Ruhe und Frieden eingekehrt, die Gruppendynamik ist völlig anders als vor dem Nachwuchs. Sehr interessant. Eine schöne Woche, zurück im Alltag!

Christine

Von Enten und Marienkäfern…

Wir sind im Urlaub in Italien und das ohne Pepe! Schlussendlich hat sich meine gute Mama überreden lassen, die Ente bei sich im Hausgang wohnen zu lassen, bis wir wieder da sind, denn alle Integrationsversuche in der Entenschar sind kläglich gescheitert. Pepe einem ungewissen Schicksal zu überlassen, haben wir natürlich wieder nicht über unsere Herzen gebracht! Die regelmäßigen Telefonate mit meiner Mama halten uns über die Erlebnisse und das Wachsen unseres Schützlings auf dem Laufenden. Manchmal quietscht Pepe sogar in den Hörer. Und die Mama geht nun täglich mit Ente Gassi. Die Gute! Übrigens hat mein Papa vor seinem Tod verkündet, dass er als Marienkäfer reinkarniert. Ich bin seitdem weiß Gott viel gereist und jedes Mal kreuzte über kurz oder lang ein Marienkäfer meine Wege. So auch dieses Mal! Meine Tochter und ich freuen uns dann jedes Mal über die Gesellschaft von Papa und Opa!

Liebe Grüße aus Bella Italia!

Das hässliche Entlein…

Vor kurzer Zeit habe ich das Märchen „Das hässliche Entlein“ von Hans Christian Andersen im Buch „Die Wolfsfrau“ interpretiert von Clarissa Pinkola Estes gelesen und Rotz und Wasser geheult. Am Wochenende hatten wir nun eine reale Vorstellung des Märchens und die Akteure waren unsere Laufenten und Pepe. In die Natur einzugreifen ist einfach immer sehr zweischneidig. Wahrscheinlich werden wir nie verstehen,  warum Mama Isolde Pepe aussortiert hat, jedenfalls lässt sich die Entenschar nun auch nicht überlisten, wir können das Küken nicht einfach unterjubeln. Alle Enten standen zum Beispiel an der Wasserstelle und als Pepe kam, stoben sie alle schnell in alle Himmelsrichtungen weg, ohne Rücksicht auf Verluste! Das Küken wurde dabei einfach überrannt. Das verzweifelte Rufen Pepes wurde nicht wahrgenommen. Nun sieht das sehr grausam aus und wir haben Routers tiefes Mitgefühl mit Pepe. Aber wir haben Geduld und Pepe wächst! Irgendwann wird es schon klappen!

Pepe besucht die Kinder und nimmt ein Bad im Brunnen