Ich beschäftige mich derzeit mit einiger Literatur zum Thema Frauen, Gleichberechtigung und Feminismus. Das ist spannend und erhellend, insbesondere in Bezug auf meine eigene Prägung und mein Verhalten in der Gesellschaft und in Partnerschaften. Auch in diesem Bereich fühle ich mich zum Innehalten und reflektieren angeregt, dabei entstehen immer wieder neue Einsichten, Erkenntnisse und Gedanken.
Gerade eben lese ich in Saskia Schlemmers „Nimm dir endlich, was dir zusteht-und hör auf, dich dafür zu entschuldigen“ (übrigens ein für meine Begriffe hervorragendes Buch) über Männer und deren Verhalten, die Entwicklung der Rolle der Frau und so weiter, da überfällt mich spontan der Impuls, an alle Mütter zu appellieren:
Hört auf, Söhne anders zu erziehen und zu behandeln, als Töchter!
Hört auf, Prinzen heranzuziehen, die von Anfang an lernen, dass „niedere Arbeiten“ Frauensache sind!
Hört auf, kleine Jungs zu schonen und zu bedienen, sie zu behandeln, als können sie nichts!
Zeigt den Söhnen, wie man sich respektvoll in einer Familie/Gesellschaft/Gemeinschaft verhält, und ja, da gehört auch von Anfang an dazu, im Sitzen zu pinkeln und eine Klobürste zu benutzen!
…wenn ihr eine Zukunft der Gleichberechtigung mitgestalten wollt!
In meiner langjährigen pädagogischen Arbeit konnte ich viele Beispiele erleben, in denen Jungs eine andere Rolle bei Müttern (und natürlich auch Vätern) spielen. Da liegt für mich ein Teil des Problems, der nach wie vor fehlenden Gleichberechtigung!!!, begraben!
Wie sollen Jungs zu respektvollen, verantwortungsbewussten, hilfsbereiten, emphatischen, die Care- und Hausarbeit als vollwertige Arbeit anerkennende Menschen heranwachsen, wenn sie im eigenen Heim etwas komplett gegensätzliches wahrnehmen/erfahren/erleben?
Die Rolle der Mutter, die nicht selten als unantastbar und heilig gilt, darf hier in meiner Wahrnehmung gerne hinterfragt werden. Selbstkritisch und offen:
Welches Role Model bin ich/möchte ich sein?
Welche Rollen gibt es in meiner Beziehung/Partnerschaft/Familie?
Was bin ich mir selber wert?
Welche Rollenbilder haben mich geprägt und wirken nach?
Diese und ähnliche Fragen sollten sich Frauen, die Mütter sind und werden wollen, ehrlich stellen und eine klare Haltung dazu entwickeln. In meiner Erfahrung ist die klare Haltung eine gesunde Basis für ALLES. Wie diese Haltung für jeden individuell sein mag, steht niemandem von außen zu, zu bewerten und darf vielfältig wie die Menschheit sein. Um jedoch das Leben zu leben, das man möchte, ist die Entwicklung klarer Standpunkte für mich essenziell. Auch in Sachen Feminismus!
Eine gute Zeit!
Christine














