Rituale geben uns Menschen Stabilität, Struktur, Orientierung und Sicherheit im Leben. Durch ihre Vorhersehbarkeit und ihr Wiederkehren bieten sie einen vertrauten Rahmen, Sie können helfen, Emotionen zu sortieren, Angst abzubauen oder unterstützen uns, uns selbst zu regulieren. Sie können Anker im Alltag sein.
In der Trauerbegleitung haben Rituale einen großen Stellenwert, denn besonders in einer herausfordernden Situation wie im Trauerprozess ist Halt und Stabilität sehr wichtig.
Welche Rituale kennst du? Welche lebst du im Alltag? Und welche sind für dich besonders hilfreich?
Es lohnt sich, über seine eigenen Anker und Ressourcen nachzudenken, damit man sie im Ernstfall bewusst nutzen kann!
Trauernde Menschen befinden sich in ihrem engeren Umfeld, beispielsweise in der Familie, meistens in einer Umgebung, die in den Prozess der Trauer eingebunden ist. Jeder Mensch individuell und auf seine Weise, aber das Thema herrscht über einen gewissen Zeitraum in einer sozialen Gruppierung vor. „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ – diese Aussage ist wahr, reden hilft und im Trauerfall nicht allein zu sein, ist wichtig und wertvoll.
Ebenso wichtig kann ein anderes, unabhängiges Umfeld als Gegengewicht zur Trauer wirken. Eine Gruppe, eine Klasse, ein Verein oder ein Freundeskreis, der nicht die gleiche Erfahrung und das unmittelbare Erleben der Trauernden teilt. Man kann eine andere Rolle als die des Trauernden einnehmen, vielleicht kann eine Schwere für eine gewisse Zeit vergessen werden und die Unbeschwertheit der anderen Teilnehmer anstecken.
Genau deshalb sind Ausgleichsräume wichtig. Insbesondere für Kinder und Jugendliche. Oft wollen betroffene Kinder und Jugendliche den Ausgleichsraum sogar bewusst freihalten von Trauer. Deshalb thematisieren sie ihre aktuelle Situation unter Umständen gar nicht. Das darf man achten und ehren! Trauernde Menschen geben vor, wie ihre Trauer sein darf. Als Begleiter ist man absichtslos.
In der Trauer ist zwischen Kindern und Erwachsenen der wesentliche Unterschied, dass man davon spricht, dass Erwachsene ins „Meer der Trauer“ eintauchen, während Kinder „Pfützenspringer“ sind, also in die Trauer hüpfen, schnell aber auch wieder raushüpfen.
Die kindliche Aufmerksamkeit wendet sich schnell Dingen und Situationen zu, die den Moment beherrschen, die ablenken, interessant erscheinen, zum erforschen und erkunden einladen. Kinder leben prinzipiell viel mehr im Moment, in der Gegenwart als Erwachsene und nutzen das Angebot des Augenblicks schneller, während wir Erwachsene dieses viel zu oft verstreichen lassen, weil der Rucksack auf der Vergangenheit zu schwer oder der vor uns liegende Berg zu hoch und zu herausfordernd scheint und wir so in Vergangenheit oder Zukunft verhaften, anstatt in der Präsenz.
Dies gilt es natürlich in der Arbeit mit trauernden Menschen zu wissen. Vor meiner Weiterbildung war mir das so nicht bewusst. Wie wertvoll ein sogenannter Ausgleichsraum für Trauernde ist, ebensowenig. Gerade für Kinder. Aber dazu das nächste Mal mehr!
Im Moment besuche ich einen Spezialisierungskurs zum Thema „Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche“. Die Erfahrungen, die ich hier sammeln darf, sind wieder, wie im Hospizbegleitungskurs, ein Geschenk. Alle Teilnehmer ebenso. Heute ist Tag drei von insgesamt fünf Kurstagen, eine leichte Melancholie überfällt mich schon wieder beim Gedanken, dass es eine Zeit danach geben wird.
Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer zu begleiten, wird in der nächsten Zeit meine selbstgewählte Aufgabe in der kommenden Zeit, ich steige als Begleiter in eine bestehende Trauergruppe ein. Einmal durfte ich nun schon hospitieren. Ich war berührt von der Weisheit der Kinder und Jugendlichen, die ich dort vorfand.
Die Unterschiedlichkeit von Trauer bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist enorm und deshalb sehr wichtig, von den Profis zu lernen.
Das nächste Mal werde ich ein bisschen inhaltlich erzählen, jetzt geht’s schon los!
Ich stolpere wieder in der Natur und Heilen über einen Artikel, den ich gerne teilen möchte.
Einsamkeit greift laut Studien immer stärker um sich. Dabei sind soziale Kontakte für jeden Menschen wichtig, sogar lebensnotwendig. Man wird sogar schneller und besser gesund, wenn man in ein soziales Netz eingebunden ist. Jetzt gibt es die schöne Aktion, Post zu Ostern an jene Menschen zu schicken, die einsam sind. Das ist eine sehr schöne Idee und ich werde mich auf der Plattform anmelden, da mich das in meinem vollen Leben nicht viel Zeit kostet, für einen anderen aber vielleicht ein bisschen Licht und Wärme ins Herz zaubert!
Seit meiner Diagnose bin ich konsequent dabei, mich dreimal die Woche, jenseits von meinen Gassi Gängen, körperlich zu ertüchtigen.
Diesen Winter war das eine echte Herausforderung bei uns. Wochenlange Gletscherverhältnisse nach Weihnachten, eine mindestens 3-5 cm dicke Eisschicht auf allen Feldern und Feldwegen, Schneefall, über Nacht 10-20 cm und immer wieder Wind und Regen, Regen, Regen…
Ich habe beherzt den Gezeiten getrotzt, heute Morgen jedoch beim joggen durch den frischen Tiefschnee, wollte ich mich beim Abschnitt leichte Steigung einfach nur in den Schnee legen und liegenbleiben.. so eine Art der Erschöpfung habe ich noch nie erlebt 😁 ich habe durchgehalten, dabei an Menschen gedacht, die in extremen Verhältnissen und Situationen durchhalten und einen großen Respekt vor deren Leistung empfunden!
An Grenzen zu kommen lehrt Demut! In diesem Sinne, ein wundervolles Wochenende!
Die vergangenen vier Tage waren in vielerlei Hinsicht für mich bereichernd.
Im letzten Sommer fragte mich eine Mitstreiterin aus dem Hospizbegleitungskurs, ob ich im Februar 2026 mit nach Amsterdam auf das Konzert der Band „Haevn“ fahren würde.
Wir kannten uns kaum, da ich aber häufig sehr spontane Entscheidungen treffe, habe ich zugesagt. Nun ist Februar 2026 und wir sitzen im Moment im Zug zurück nach Hause.
Ereignisreiche Tage, angefüllt mit Kunst und Kultur, liegen hinter uns, ich fühle mich, als hätte mir jemand die Luft „ausgelassen“. Im Sinne von: angenehm erschöpft. Mir einem Menschen, den man nicht gut kennt, einen engen Raum über einen gewissen Zeitraum zu teilen, darf viel Energie. Es ist nämlich erst mal kennenlernen angesagt, und das fordert.
Einige Erkenntnisse darf ich aus dieser Zeit mitnehmen:
Amsterdam ist einfach klasse! Energie, Flair, Freundlichkeit, Gelassenheit, Lässigkeit…
Ich muss nicht alles gesehen haben!
Ein Hoch auf das Einzelzimmer!
Manchmal lohnt es sich, eine Entscheidung mit Bedacht zu fällen und über die möglichen Konsequenzen nachzudenken!
Richte den Blick ausschließlich auf die Gegenwart und das Schöne, Gute!
Das ist die heutige Reflexionsfrage auf meinem Flow-Kalender…
…nach einigen turbulenten Tagen, bestimmt von Hormonen (habe Hashimoto, die Einstellung von L-Thyroxin ist sehr heikel bei mir und führt unter Umständen zu psychischen Schwankungen, dann kommt noch Tamoxifen hinzu, dessen Wirkung oder Wechselwirkung ich nicht einschätzen kann) kommt die Frage tatsächlich nicht von ungefähr. Ich musste sehr schmunzeln heute morgen, denn im Laufe der vergangenen Jahre war ich sehr gefordert, diese hormonellen Herausforderungen zu managen.
Mittlerweile gibt es eine ellenlange Liste an Dingen, die mir Energie geben, die Kunst im „schwarzen Loch “ , wie ich meine Zustände nenne, ist nach wie vor, die Energie aufzubringen, mich aufzuraffen, was zu tun, was mir Energie gibt… gar nicht einfach!
Meine Erfahrung ist, wie bei allem im Leben ist Training die Lösung. Es bilden sich Autobahnen im Gehirn, wenn man Dinge wiederholt, sich Gewohnheiten bilden. Das ist sehr hilfreich, denn dann programmiert man sein System darauf, im Autopilotenzustand zu funktionieren und an gute Erfahrungen zu denken. Das erleichtert die Überwindung!
Heute möchte ich gerne Inhalte aus einem Artikel der Zeitschrift „Natur und Heilen“, Ausgabe Februar 2/2026 mit euch teilen, mit denen ich stark in Resonanz ging.
Als ich Krebs hatte, habe ich mich intensiv mit dem Thema „Selbstheilung“ auseinandergesetzt und meiner Intuition folgend viele Bereiche in meinem Leben umgestaltet, um gesund werden zu können. Beispielsweise habe ich mich mit Menschen umgeben, die mein Vertrauen in mich selber verstärkten, anstatt es durch gedankenlose Kommentare (beispielsweise: „Ach Gott, du Arme! Meine Schwägerin ist erst vor drei Monaten an Brustkrebs verstorben!“) zu schwächen.
Im Alltag kümmerte ich mich um meinen Körper, Geist und Seele, veränderte Routinen, las mich in viele Themen ein und nun finde ich in besagtem Artikel einen Namen für meine Überzeugung, die in meiner Genesungsphase immer stärker heranwuchs: der Valebo-Effekt!
Dieser bedeutet, laut Professor Doktor Hartmut Schröder, der sich intensiv damit auseinandersetzt:
„Der Valebo-Effekt ist der eigentliche Placebo-Effekt-der innere Heiler wird auf den Plan gerufen und darf wirken. Das Wort Valebo ist vom lateinischen Verb valere abgeleitet und kann wie folgt verstanden werden: ich werde gelten. Ich werde Einfluss haben. Ich werde gesund sein. Ich werde mich wohlfühlen.“ Dies bedeutet, nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern beeinflussen zu können, sich selbst vertrauen zu können, was Körper, Geist und Seele brauchen, um gesund zu werden.
Ich habe 2020 immer wieder gedacht und formuliert: für mich das Wichtigste ist, selbst gestalten zu können, etwas beitragen zu können jenseits der fantastischen Schulmedizin, die mir das Leben gerettet hat. Das macht mir immer wieder Mut und schenkt mir Vertrauen in mich selbst!
Gestern hatte ich frei. Immer, wenn ich frei habe und den Tag nicht von früh bis spät angefüllt habe mit Aktivitäten, sondern bewusst den Plan hege, mich treiben zu lassen, rutsche ich kurz oder auch längerfristig in eine Hilflosigkeit, eine Antriebslosigkeit, Überforderung und Verzweiflung über meinen Daseinssinn.
Gestern war das ungefähr eine halbe Stunde der Fall. Um die Mittagszeit. Ich kenne aber durchaus die Situation, dass ich in diesem Zustand einen ganzen Tag stecke. Früher sogar einen kompletten Urlaub lang. Ich habe Strategien entwickelt, um aus dem Zustand herauszufinden, gestern ging ich beherzt raus in die eiskalte, sonnige, frostige Winterlandschaft mit meinem Hund und just in dem Moment, als der Zweifel am größten war, fand ich ein Herz aus Eis am Boden. Ein Zeichen für mich. Ein Zeichen, die Liebe in den Mittelpunkt meines Lebens zu stellen, liebevoll mit mir selber umzugehen, vor allem in Phasen des Zweifels und der Herausforderung. Ein Zeichen, dass ich niemals alleine bin!