„Lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar!“ Astrid Lindgren

Ihr alle kennt hoffentlich Astrid Lindgren. Sie war und ist meine absolute Heldin und mein Vorbild in allen Lebenslagen. Berufsbedingt lese ich ihre Geschichten immer und immer wieder und kann euch sagen, ich finde nach vielen Malen immer wieder neue Schätze in ihren Büchern. Astrid Lindgren schrieb ungeheuer schöne Geschichten vom Leben, psychologisch und emotional sehr tiefsinnig und war nebenbei gesellschaftlich und politisch engagiert. Frühzeitig erkannte sie zum Beispiel die Ungeheuerlichkeit der Massentierhaltung, in der es Tieren wahnsinnig schlecht ergeht. In Vimmerby, Schweden, in Astrids ehemaligem Wohnhaus kann man in einer sehr liebevoll gestalteten Ausstellung mehr über ihr Leben erfahren. Ich wäre dieser Frau gerne persönlich begegnet, ihre Weisheit beeindruckt mich zutiefst. Ihre Art, Kinder zu sehen, rufe ich mir in meiner pädagogischen Praxis immer wieder ins Gedächtnis, sie führt und leitet mich wie ein phänomenaler Kompass. Heute vormittag war ich mit den Kindern im Freien, um Zweige für unseren Osterstrauß zu sammeln. Wir beschlossen, dass wir für diesen Anlass keine Spaziergehordnung in Reih und Glied benötigen würden, also sprangen, hüpften, liefen, sangen, jubelten die Kinder frei vor sich hin. Richtig frech, wild und wunderbar! Eine gute Woche an alle!

Vorbild

Zu meinem heutigen Beitrag hat mich ein Gespräch mit einer Freundin inspiriert. Wir unterhielten uns über das Vorbild-Sein für unsere Kinder. Ein Vorbild zu sein ist eine ordentliche Herausforderung, besonders Kinder identifizieren SOFORT, falls die Haltung und die Handlung nicht übereinstimmen. Im besten Fall hinterfragen sie einen dann, im weniger direkten, vor allem wenn sie noch kleiner sind und die Sprache noch nicht so gut beherrschen, verhalten sie sich in unseren Augen eigenartig. So kann ich zum Beispiel sicher gehen, dass eine Gruppe von Kindern auf meine Anweisung, beim Mittagessen leise zu sprechen, sicher nicht mitspielt, wenn ich selber mit meinen Kollegen nicht leise bin. In meiner pädagogischen Arbeit reflektieren wir häufig gemeinsam im Team unsere Haltung, unser Tun und unser Handeln. Im privaten Bereich mache ich das nicht so häufig. Unser heutiges Gespräch hat mich aber dazu angeregt, auch mal wieder über mein Vorbild meiner Tochter gegenüber nachzudenken. Dabei erkenne ich durchaus kleine und größere „Schnitzer“ in meiner Erziehungsrolle und meinem Vorleben, die mich wieder motivieren, weniger bei anderen hinzuschauen, als bei mir selbst, also vor meiner eigenen Haustüre zu kehren, wie man so schön sagt. Es schadet sicher nicht, auch mal das Kind in derlei Überlegungen einzubeziehen, auch wenn das durchaus Gefahren birgt und man mit eigenen möglichen Persönlichkeitzügen konfrontiert wird, die man an sich vielleicht nicht so gerne mag. Ich glaube aber fest daran, dass mein blinder Fleck, also das, was ich über mich selber nicht weiß, nur durch Spiegelung verkleinert werden kann. Und der authentischste Spiegel, den wir im Leben vorgehalten bekommen, sind unsere Kinder!

Heute morgen…