Blässhuhnbabies

Ich durfte vergangene Woche das erste Mal in meinem Leben einer frisch gebackenen Blässhuhnmama bei der liebevollen Fütterung und Pflege Ihrer Kinder zuschauen. Ich war so gerührt, denn diese Vögel brüten mitten im Wasser ganz prominent auf einer kleinen, selbst gebauten Nestinsel. Wie um alles in der Welt überleben diese Vögel diese gefährliche, sensible Zeit? Die Babies einen mich an kleine Aasgeier :-), sind aber so süß in ihrem einerseits hilflosen, andererseits neugierigen Verhalten anzuschauen. Die Füße der Mama fand ich ebenso überraschend und faszinierend, sind diese doch ohne Schwimmhäute! Unsere Natur ist voller Wunder, immer gibt es neue zu entdecken!

Alltag

Nach insgesamt achtzig Kilometern zu Fuß hat mich mein Alltag wieder. Unfassbar schnell übrigens. Bei der Wanderung konnte ich mich zum Teil nur bei Laune halten, indem ich mir bewusst mental sagte, dass ich immer nur einen Fuß vor den anderen setzen muss. Nicht mehr und nicht weniger. Es gab einige Momente, in denen ich mich einfach gehen lassen wollte, hinsetzen und nicht mehr aufstehen, den Bus oder den Zug nehmen, zur Not war ich sogar bereit zu trampen! Für mich war die Wanderung mehr denn je Sinnbild für mein Leben. Auf und ab, mal einfach, leicht, mal schwer und anstrengend. Eine tolle Erfahrung. Immer wieder!

Regen und Gewitter

Die Nacht im Zelt war abenteuerlich, denn es zog ein heftiges Gewitter auf und entlud sich gefühlt direkt über uns. Morgens war es aber erst mal trocken und fröhlich machten wir uns für unseren letzten Tag auf den Weg. Achtundzwanzig Kilometer lagen vor uns, gestern dreißig und nun bin ich zufrieden in der Pilger Herberge. Mittags begann es zu regnen, wir nannten es nieseln, aber irgendwann ließ sich der Starkregen nicht mehr schön reden:-) völlig nass sind wir geworden, auch alles, was wir dabei haben! Die gute Laune ließen wir uns aber nicht verregnen, eine traumhafte Pizza und ein kleines Bier machte kräftig genug für die letzte Etappe. Meine Nichte und ich gehen jedes Jahr ein Stück Jakobsweg Richtung Santiago de Compostela, wie es gerade in unser Leben passt. Ob wir ankommen, wissen wir nie, es ist immer spannend! Morgen fahren wir mit dem Zug heim, ich bin sicher, wir zehren wieder lange von dieser wundervollen Erfahrung!

Schönes Wochenende

Eine Nacht im Freien

Die Nacht haben wir unter freiem, wundervollen Sternenhimmel am Weiher verbracht. Nun sind wir schon zwanzig Kilometer von dieser wundervollen Stelle entfernt, trinken wieder ein Bier, diesmal von der Brauerei Pilgrim 😀 und genießen die angenehme Schwere im Körper. Heute wollen wir noch acht Kilometer schaffen, aber alles kann, nix muss! Heute gab es auch den ersten Pilger Stempel für diese Etappe. Fühle mich heute mehr im Flow, das Gehen strengt nicht mehr so an! Prost und schönen Freitag Abend!

P.S. Heute ist meine OP ein Jahr her. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Ich bin unglaublich dankbar, diese Tage erleben zu dürfen!

Heiterkeit

„Der Heiterkeit sollten wir,

wann immer sie sich einstellt,

Tür und Tor öffnen, denn

sie kommt nie zur unrechten Zeit.“

erkannte Arthur Schopenhauer.

Ich hoffe, die Heiterkeit ist auch bei euch allen an diesem Maisonntag präsent und ihr genießt schöne, entspannte sonnige Stunden!

Ein herzlicher, heiterer Gruß!

Christine

„Wer ständig glücklich sein will, muss sich oft verändern“

sagte Konfuzius. Das Thema Veränderung war Inhalt in einem heutigen Gespräch mit einer lieben Freundin. Die momentane Situation hat uns allen viele Veränderungen beschert, rückblickend an den Anfang des Jahres 2020 kann ich voller Inbrunst sagen, dass ich ein gutes Jahr später Maske trage und mit vielen Einschränkungen im Vergleich zu meinem Vor-Corona-Leben klarkommen werde, hätte ich nie geglaubt! Nun, Konfuzius hat sowas von Recht, ich habe nicht den Anspruch, permanent glücklich zu sein, für mich gehören Licht und Schatten eben zusammen und um wirklich Glück schätzen zu können, muss man ebenso durch dunkle Täler wandeln. Ich finde allerdings sehr hilfreich, in jeder Lebensphase Bilanz zu ziehen und mir die guten Seiten bewusst zu machen. Das heißt, einen stetigen Prozess von Veränderung mit- und durchzumachen, denn alles ist eine Frage der Perspektive. Im Gespräch mit meiner Freundin attestierte sie mir eine Halsstarrigkeit in manchen Bereichen meines Lebens. Und ja, ich habe das selber schon erkannt, tappe aber trotz Erkenntnis und Willen zur Veränderung meines Musters noch oftmals in die Falle. Persönlichkeitsentwicklung ist kein Spaziergang, Kröten müssen geschluckt werden, es benötigt Training und Geduld. Und diese habe ich mit fast allen Menschen ausreichend… Nur eben nicht mit mir selber… Übrigens versuche ich aktuell, meine Hund zu erziehen. Mit meiner Halsstarrigkeit bin ich nicht allein. Meine Hunde spiegeln meine Haltung und mein Verhalten unzensiert und unmittelbar. Nelly versucht zum Beispiel konsequent seit zwei Wochen, beim Gassi immer noch erster zu sein 🙂

Wetterbericht

Ich mag ihn nicht mehr anschauen oder hören, den Wetterbericht. Ich versuche auch, sämtliche Kommentare und Diskussionen zum Wetter zu vermeiden. Heute ist nämlich ein wundervoller sonniger Tag, obwohl ein schrecklicher Regentag prophezeit wurde. Schon Karl Valentin sagte: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch!“

Hört man sich zum Beispiel den Wetterbericht im Radio an, wertet unmittelbar der Moderator die aktuelle Wetterlage vor allem bei Niederschlägen, anstatt sich zu freuen, dass wir unseren Grundwasserhaushalt vielleicht einigermaßen wieder ausgeglichen bekommen. Ich mag meine Zeit und Energie nicht mit unveränderbaren Zuständen verprassen. Manchmal erinnern mich Situationen, in denen Menschen einfach ihrem Navi im Auto blind vertrauen und dann Treppen hinabfahren oder in Bäche stürzen an den unreflektierten Glauben an den Wetterbericht. Anstatt selber vor die Tür zu gehen und eindeutige Zeichen wahrzunehmen und Schlüsse zu ziehen, fragt man lieber die Wetter-App (übrigens bekommt man häufig von verschiedenen Apps verschiedene Vorhersagen, da kann man dann auch schon mal im Vorfeld streiten, wer recht hat!)! Ich finde, wir sollten uns an Karl Valentins Spruch orientieren. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht hundertprozentig vorhersagen oder kontrollieren können, da hilft nur, sich auf die präsente Situation einzustellen!

Schönes Wochenende, egal wie das Wetter wird!

Fluss

Gestern habe ich das urplötzlich warme Wetter (vorgestern war es morgens noch ziemlich frisch, gestern gar nicht mehr) ausgenutzt und bin ich Fluss baden gegangen. Die ersten Schritte im eiskalten Wasser, bis sich Füße und Beine gewöhnen, dann zügig den Rest des Körpers untertauchen, nur nicht allzu lange nachdenken, sonst hüpfe ich schleunigst wieder raus. Bauch und Schultern sind immer am empfindlichsten, aber es ist einfach ein unglaublich erfrischendes Gefühl. Auf der Steinbank am Ufer habe ich mich dann von der Sonne trocknen lassen und die Umgebung bewundert. Der Fluss symbolisiert für mich einmal mehr das Leben. Lass dich treiben, gib dich dem Strom hin, kämpfe nicht an, nimm alles hin, was das Leben dir bietet. Gehe mit und nimm die Veränderung an, es gibt so vieles zu erleben, erfahren und entdecken!

Einen schönen Wochentstart!

Der Tag der toten Ente

Heute bin ich untröstlich. Am Morgen habe ich noch sechs gut gelaunte Laufenten aus ihrem Stall entlassen und mich wie jedes Mal über ihre Lebensfreude beim Verlassen ihrer Behausung gefreut. Keine zwei Stunden später erreichte mich dann der Anruf meiner Tochter während der Arbeit. Unser Laufentenmädchen Batman (bei der Namensgebung konnten wir noch nicht erkennen, dass sie ein Mädchen ist) wurde überfahren. Das Risiko war mir immer schon bewusst, unsere Enten lieben ihre Freiheit, watscheln zum nahe gelegenen Weiher oder suchen bei Nachbarn nach Nahrhaftem und machen sich natürlich nicht immer nur Freunde mit ihrem Dasein. Auch vielbefahrene Straßen überqueren sie oft genug arglos. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ihr Leben lieber kurz und schön, als lang und eingesperrt sein soll. Das, was mir aber heute wirklich unglaublich nahe geht, ist die Art und Weise, wie in einer Zone 30 nahe Kindertagesstätte meine Ente ihr Leben lassen musste und dann noch achtlos auf der Straße liegen blieb. Meine Tochter hat mit meiner Mutter den arg zerschmetterten Körper fassungslos beerdigt. Mich erschreckt die Rohheit, die ich in diesen Vorfall hineininterpretiere. Wir leben sehr ländlich, viele kennen sich und die Enten sind in der näheren Umgebung bekannt wie bunte Hunde. Ich wünschte, ich hätte Batman rechtzeitig von der Straße holen können, bevor noch weitere Autos über sie hinweg rollten. Ebenso wie bei den armen Fröschen, die ich jedes überfahren auf der Straße finde, frage ich mich, ob die Menschen diese überhaupt nicht wahrnehmen oder ob schlicht und ergreifend das Tierleben in so einem Fall keinerlei Bedeutung hat. Batman war ein sehr zutrauliches Tier, da sie durch unsere Hände groß gezogen wurde, ohne Mama, die wollte sie nicht haben. Ihre zwei Geschwister, ebenfalls von uns aufgezogen, trauerten den ganzen Tag um sie und wollten ihr von der Straße aufhelfen. Tiere sind zu Mitgefühl in der Lage, was ist mit uns Menschen nur los?