Wahrnehmung

Was ist Wahrnehmung eigentlich? Ein für mich immer wieder spannendes, weites, unglaublich interessantes Feld und sehr häufig der Ursprung von Konflikten. Jeder Mensch nimmt anders wahr und bewertet diese Wahrnehmung dann auch noch unterschiedlich auf der Basis seines Alters, seinem Fokus, seinen Erfahrungen. Ich kommuniziere mit meinen Mitmenschen in der festen Überzeugung, den richtigen Ton anzuschlagen, um dann feststellen zu müssen, dass es mancher anders wahrgenommen hat, sich angegriffen fühlt oder meine Intention nicht versteht. Es gibt das wunderbare Tool des „Aktiven Zuhörens“ nach Rogers, um in der Gesprächsführung stärker hinter die Kulissen des Gesprächspartners blicken zu können, um ein Gesamtbild zu erhalten und nicht nur Ausschnitte. Die Grundhaltung ist:

-Eine empathische und offene Grundhaltung

-Das Auftreten des Gesprächspartners sollte authentisch und ähnlich sein.

-Entgegenbringen von Akzeptanz und positiver Beachtung

Essentiell ist, sich im Umgang mit Mitmenschen der Verschiedenheit in der Wahrnehmung und ihrer Bewertung bewusst zu sein. Meine Wahrheit ist vermutlich nicht die Wahrheit meines Gegenübers, es gibt viele verschiedene Aspekte, Hintergründe, Schichten, Perspektiven… Wir können als Einzelperson nicht alles wissen und überblicken, umso wertvoller ist es, dass wir gegenseitig voneinander profitieren können, wenn wir offen für die Sichtweise unserer Mitmenschen sind. Ich musste schon oft im Leben einsehen, mal mehr, mal weniger schmerzhaft, dass eine einseitige Betrachtungsweise meinerseits, eine Halsstarrigkeit, meistens eine Sackgasse ist. Viel mehr Optionen bietet Offenheit für die Vielfalt des menschlichen Lebens und Wirkens!

Wahrnehmung kann man trainieren! Zum Beispiel die visuelle Wahrnehmung mit Bildern

„Lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar!“ Astrid Lindgren

Ihr alle kennt hoffentlich Astrid Lindgren. Sie war und ist meine absolute Heldin und mein Vorbild in allen Lebenslagen. Berufsbedingt lese ich ihre Geschichten immer und immer wieder und kann euch sagen, ich finde nach vielen Malen immer wieder neue Schätze in ihren Büchern. Astrid Lindgren schrieb ungeheuer schöne Geschichten vom Leben, psychologisch und emotional sehr tiefsinnig und war nebenbei gesellschaftlich und politisch engagiert. Frühzeitig erkannte sie zum Beispiel die Ungeheuerlichkeit der Massentierhaltung, in der es Tieren wahnsinnig schlecht ergeht. In Vimmerby, Schweden, in Astrids ehemaligem Wohnhaus kann man in einer sehr liebevoll gestalteten Ausstellung mehr über ihr Leben erfahren. Ich wäre dieser Frau gerne persönlich begegnet, ihre Weisheit beeindruckt mich zutiefst. Ihre Art, Kinder zu sehen, rufe ich mir in meiner pädagogischen Praxis immer wieder ins Gedächtnis, sie führt und leitet mich wie ein phänomenaler Kompass. Heute vormittag war ich mit den Kindern im Freien, um Zweige für unseren Osterstrauß zu sammeln. Wir beschlossen, dass wir für diesen Anlass keine Spaziergehordnung in Reih und Glied benötigen würden, also sprangen, hüpften, liefen, sangen, jubelten die Kinder frei vor sich hin. Richtig frech, wild und wunderbar! Eine gute Woche an alle!

Lachyoga

Eine Kollegin von mir ist Lachyoga Trainerin. Die simple Idee hinter den Lachkursen ist, das eigene Gehirn zu überlisten, wenn einem gerade eigentlich nicht zum Lachen ist. Lacht man denn dann trotzdem, laufen im Körper und Gehirn die gleichen Prozesse wie beim freien, echten Lachen ab. Die Konsequenz ist, man fühlt sich danach besser! Diesen einfachen Trick kann man natürlich auch ohne Kurs anwenden, wir haben nur in der Gruppe festgestellt, dass Lachen mit Gleichgesinnten leichter fällt und die Animationsmethoden der Lachtrainerin unschlagbar sind. Es gibt zum Beispiel gemeinsame Lachwanderungen oder eine Lachrakete wird gestartet, in die alle in ihrer Fantasie einsteigen sollen. Meine Kollegin bietet das ganze in Pandemie Zeiten auch über Zoom an. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, Lachen auf Knopfdruck funktioniert, baut Druck ab und macht schön. Drei gute Argumente, um es auszuprobieren!

Poppi, dem Meerschwein, würde ein wenig Lachen auch nicht schaden 🙂

Haltung

Heute ist mir eine Anliegen, über die eigene innere Haltung zu schreiben (ist nicht das erste und bestimmt nicht das letzte Mal!). Grundsätzlich bin ich ein Viel-Leser (vor allem Bücher), vermeide Nachrichten in Zeitungen und Fernsehen und allzuviel Social Media Aktivität, weil ich merke, dass mich diese Art der Information stark in Beschlag nimmt und mir Zeit raubt, die ich lieber für das gegenwärtige Leben übrig habe. Gerade in unserer heutigen Zeit geprägt von einer Pandemie, die für niemanden überschaubar war, ist oder sein wird, bin ich umso stärker der Meinung, dass es ungeheuer wichtig ist, sich auf sich selbst zu konzentrieren und beim eigenen Weg, bei der eigenen inneren Haltung zu bleiben. Man kann leicht vom Weg abkommen, wenn man sich von meinungsbildenden Medien beeinflussen lässt. Jeder, der andere von seinen eigenen Idealen und Überzeugungen bekehren möchte, findet unzählige Platformen und Möglichkeiten, die eigene Wahrheit kundzutun. Es gibt aber nicht DIE Wahrheit, jeder kann auf seine Weise, aus seiner Perspektive zum Beispiel in einem Konflikt Recht haben. Ich wünsche mir, dass die Menschen sich viel öfter stehen lassen und einander respektieren, versuchen, in den Schuhen des Anderen zu gehen und voneinander profitieren. Die Ablenkung durch unsere modernen Medien schafft oft bei mir Verunsicherung und ich habe gemerkt, es lebt sich viel angenehmer im Vertrauen. Ich verwende meine Lebenszeit lieber darauf, mein Vertrauen ins Leben zu stärken. Dann kann ich auch für andere stark sein.

Der größenwahnsinnige Erpel

Heute handelt mein Beitrag über Robin, unseren persönlich großgezogenen Laufentenerpel, der momentan vor lauter Hormonen nicht mehr ein und aus weiß. Als er klein und süß war, durfte man ihn auf dem Bauch halten, er liebte Körperkontakt. Nun ist unser Alltag davon geprägt, dass Robin „seine“ Damen ständig meint, verteidigen zu müssen. Er greift unter Umständen an, was ihn seine Nähe kommt. Unter anderem unseren Jadghund Nelly, Katzen, mich oder meine Tochter. Sogar sein Vater Pauli wird gnadenlos attackiert. Weglaufen ist keine Option, da wird er sogar noch wilder. Sein Schnabel ist schön rund, also kann er uns nicht wirklich verletzen, aber sein Mut ist beeindruckend, ebenso seine Ausdauer und Wachsamkeit. Sobald man am Entenweiher vorbeischleicht, wenn auch noch so leise und vorsichtig, kommt er furchtlos wie ein Torpedo durchs Wasser gepflügt und rennt aufgebracht herbei. Ich hoffe, es bleibt dabei, dass er nur seine Bezugspersonen jagt 🙂 Wir haben mit ihm so viel zu lachen, meine Tochter packt ihn, wenn er zudringlich wird und hebt ihn hoch, dann ist er ganz kurz vor Ehrfurcht erstarrt, bevor er wieder loslegt. Ich muss durch ihn ganz oft an die fantastischen Krimis von Thomas Krüger (zum Beispiel „Erwin, Mord und Ente“)denken, in denen Laufenten eine tragende Rolle spielen. Übrigens ein noch größeres Vergnügen als Hörbuch gelesen von Dietmar Bär. Robin könnte eindeutig der Star eines Romans werden!

Vorne im Bild: der mutige Erpel

Das Fühlen nicht vergessen

Ich habe nach einiger Zeit der Rekonvaleszenz wieder mit Arbeiten begonnen. Um mich mental auf die Veränderung einzustellen, wandte ich mich nach innen und habe wahrnehmen dürfen, was meine Intuition mir im Bezug auf den Neustart mit auf den Weg gab. Jenseits von Dankbarkeit, Gelassenheit, Fröhlichkeit, positiver Einstellung, Herzenswärme, Offenheit, Mut, Professionalität, Klarheit und Präsenz war der Ratschlag meiner inneren Stimme, zwischendurch das Fühlen nicht zu vergessen. Ein wertvoller Rat finde ich. Meine Gefühle sind ein unverzichtbarer Wegweiser durch den Dschungel des Alltags für mich geworden, vor allem in den letzten Monaten. Sich zwischendurch zu fragen, wie sich etwas anfühlt, um herauszufinden, ob man auf dem richtigen Weg ist, ist essentiell wichtig, um sich selbst und seine Gefühle Ernst zu nehmen und die Selbstwahrnehmung zu trainieren. Gleichzeitig wird man achtsamer seinen Mitmenschen gegenüber, da man ihnen auch eine eigene Gefühlswelt zugesteht. Also, vergesst in Eurem Alltag auf keinen Fall das Fühlen!

Ganz liebe Grüße, Christine

Alles hat seine Zeit

…und ich vergesse immer wieder, wie schön jede einzelne Jahreszeit ist, wie sehr ich die Übergänge genieße und wie es mich mit Staunen erfüllt, etwas, was ich nun schon gut vierzig Jahre kenne und erlebe, so freudig wahrzunehmen. Seit einigen Tagen herrscht große Frequenz bei den Starenkästen am gegenüberliegenden Haus. Männchen putzen, werfen altes Nistmaterial hinaus und bringen fleißig neues, zwischendurch pausieren sie besitzergreifend auf „ihrem“ jeweiligen Häuschen und singen sich die Seele aus dem Leib. Ab und zu kommt Damenbesuch zur Begutachtung. Ich beobachte mit stiller Freude das Tun der Vögel, lang wird es nicht dauern, dann bekommen die Stare Nachwuchs, der dann fordernd nach ständiger Fütterung die Schnäbelchen aus den Eingangslöchern der Kästen streckt. Der Jahreslauf läuft einfach. Ohne Festzuhängen an Vergangenem. Ich hänge manchmal fest im Bedauern, dass eine bestimmte Zeit vorüber ist, schon wieder vergangen sein soll, zum Beispiel liebe ich die Weihnachtszeit und bin wehmütig, wenn der Höhepunkt verstrichen ist, weil ich dann weiß, dass ich wieder eine geraume Zeit auf das nächste Weihnachten warten muss. Ich vergesse tatsächlich immer, dass ich darauf vertrauen darf, dass etwas Neues, Schönes schon ganz nah ist. In diesem Fall die Ankunft des Frühlings, das Aufblühen der Natur. In den kommenden Wochen werde ich wieder zur Amphibienhelferin, auch das ist ein untrügliches Zeichen, dass der Frühling kommt. Ich genieße die Zeit mit den Fröschen und Kröten sehr, manchmal trage ich Hunderte in nur einer Stunde über die Straße. Dabei wünsche ich mir jedes Jahr mehr achtsame Autofahrer, die nicht einfach über die kleinen Tierchen hinwegrauschen, sondern in ihnen ihr wertvolles Leben und ihre Wichtigkeit für unser Ökosystem erkennen. Ich atme tief durch und ich weiß, dass jeder Mensch seine Erkenntnisse in seinem eigenen Tempo erreicht, niemand von außen kann etwas beeinflussen oder gar erzwingen. Ich freue mich erleichtert wieder über die Erkenntnis, dass das Leben nun zwar wieder anders als zu Weihnachten ist, aber nicht schlechter, im Gegenteil. Jede Zeit hält ihre Geschenke für uns bereit. Man darf sich vertrauensvoll von Gewohntem lösen und neugierig auf Neues zugehen! Einen schönen Frühlingsanfang!

Erdkröten nach erfolgreicher Rettung

Einer unserer bester Freunde…

…ist unser Körper! Er geht mit uns durch dick und dünn, unterstützt uns in jeder Lebenslage wohlwollend und nach seinen besten Kräften und ist langmütig und geduldig mit unseren Lebensweisen. Der Wert meines Körpers ist mir erst so richtig im vergangenen Jahr bewusst geworden, als er sozusagen schlapp machte, nach allem, was ich ihm über die Jahre zugemutet habe. Abgesehen von schlechter Ernährungsweise, zu wenig Bewegung und Schlaf, zu wenig Wertschätzung auch das konsequente Ignorieren der Hilferufe meiner Seele nach Veränderung meines Umgangs mit mir selbst. Für mich wurde es dringend Zeit, meinem Körper die Wertschätzung und Aufmerksamkeit zu schenken, die er sich durch seine jahrelange unentgeltliche Unterstützung verdient hat. Ein Satz von Jens Heuchemer, dessen Podcast ich ganz gerne höre, sagt sinngemäß „Wer nicht für seinen Körper und sein Wohlbefinden arbeitet, arbeitet dagegen“. Dieser Satz hängt nun über meinem Schreibtisch und erinnert mich daran, mich zwischendurch immer wieder zu bewegen und meinem Körper zu danken. Ich merke, dass ich wesentlich sensibler werde, wenn sich zum Beispiel Anzeichen von Unwohlsein in mir meldet. Die Komplexität des menschlichen Körpers mit all seinen Prozessen, die automatisch jeden Tag ablaufen, ist so unglaublich faszinierend, ein richtiges Wunder, das man würdigen und pflegen darf! Schließlich sind wir ein Team fürs Leben!

Auch Ausruhen gehört zur Körperpflege… die Hunde machen es vor!

Klirrende Kälte

Es ist heute sehr kalt und sehr klar. Meine Laufenten entscheiden selber, ob sie noch aus dem Stall gehen oder lieber drin bleiben, bis -15 Grad stören sie sich nicht an Kälte. Unser Thermomenter sagt knapp unter -10 tagsüber, nachts deutlich kälter. Noch gehen sie raus, ein Indiz für mich, dass es ihnen gefällt und gut geht. Ich habe in meinen vier Jahren Laufentenhaltung noch nicht erlebt, dass sie im Stall geblieben wären. Keinen einzigen Tag.

Dank Hunden muss ich ja auch raus, und die Erfahrung ist wie immer wundervoll. Bei meinem Morgenspaziergang bläst mir ein eisiger Wind bei Sonnenschein ins Gesicht und meine Kleidungsschichten halten gerade so die Kälte ab. Ich empfinde die klirrende Kälte als reinigend, den Wind als Helfer, alle unerwünschten Gedanken möglichst schnell fortzutragen und altes loslassen zu dürfen. Das gleissende Licht schmerzt anfangs in den Augen, vor allem in Kombination mit dem Pulverschnee, aber auch daran gewöhne ich mich. Hätte ich die Wahl, wäre ich vielleicht lieber in meinen warmen vier Wänden geblieben. Dann hätte ich nicht diese Winterschönheit wahrnehmen können. Außerdem weiß ich, dass ich nicht diese Zufriedenheit in mir spüre, wenn ich mich nicht bewegt hätte. Für mich lohnt es sich immer, raus zu gehen, auch wenn ich manches Mal einen ordentlichen Schubs von meinem Hund benötige! Genießt die Natur in vollen Zügen, sie ist uns geschenkt und macht jeden Augenblick reich!

Mascha Kalèkos „Sozusagen Grundlos Vergnügt“

Diesen Text möchte ich heute mit Euch teilen, denn ich finde ihn unfassbar schön! Er passt gerade zu meiner Stimmung, zu den ersten Frühlingsgefühlen, die ich um mich herum wahrnehme, die Vögel singen schon und sammeln Nistmaterial, die Tage werden merklich heller, mein Laufentenerpel wird größenwahnsinnig, stolziert und greift vor Übermut meine Hunde an und die Laufentenmädchen legen Eier wie verrückt. Und ich? Ich freu mich einfach! Immer wieder! Das wünsche ich Euch auch!

„Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen

Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.

Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,

Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.

Dass Amseln flöten und dass Immen summen,

Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.

Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.

Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht

Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.

Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,

Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,

Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.

Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!

Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.

Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

Im mit ist alles aufgeräumt und heiter:

Die Diele blitzt, das Feuer ist geschürt.

An solchen Tagen erklettert man die Leiter,

Die von der Erde in den Himmel führt.

Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,

-Weil er sich selber liebt- den Nächsten lieben.

Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne

Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.

Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!

Ich freue mich, dass ich…

Dass ich mich freu.“