Die Entdeckung der Langsamkeit…

Heute morgen kam ich ganz knapp zur Arbeit….

Die MĂ€dels ließen sich Zeit, um die Straße zu ĂŒberqueren. Und es waren ihrer viele. Einigen war die Freude ĂŒber die Ankunft im Feld deutlich anzusehen, andere waren durch unterschiedliche EinflĂŒsse abgelenkt. KĂŒhe sind Persönlichkeiten und es macht Spaß, ihnen zuzuschauen, auch wenn die „Zwangspause“ mal etwas lĂ€nger dauert. Entschleunigung schon frĂŒh am Morgen:-)

Mein Herz singt

Ich liebe sie, diese wundervollen sonnigen Tage, wenn ich von den unglaublich vielfĂ€ltigen Stimmen der Vögel morgens geweckt werde, alle Fenster weit offen stehen und das Leben einfach nur leicht ist! Ich höre gerne die Grillen zirpen und erfreue mich am Quaken der Frösche am nahen Weiher. Abends auf der Terrasse essen und, bis es dunkel ist, draußen sein, dafĂŒr bin ich unendlich dankbar. Was fĂŒr ein GlĂŒck, den Sommer spĂŒren, riechen, schmecken, hören und sehen zu dĂŒrfen!

Morgens auf dem Balkon

PrÀsenz

Meine grĂ¶ĂŸte Herausforderung dieser Tage ist das Training mit meinem Hund. Gnadenlos spiegelt die Dame unmittelbar,  wenn meine Gedanken abschweifen und ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr bei ihr ist.  Die Konsequenz, die folgt, ist sofortiges Austesten meiner Grenzen. Ich habe erkannt, dass ich oft gar nicht wahrnehme, dass ich gar nicht mehr im Moment bin. Mein Hund, mein Lehrmeister 😀

BlÀsshuhnbabies

Ich durfte vergangene Woche das erste Mal in meinem Leben einer frisch gebackenen BlĂ€sshuhnmama bei der liebevollen FĂŒtterung und Pflege Ihrer Kinder zuschauen. Ich war so gerĂŒhrt, denn diese Vögel brĂŒten mitten im Wasser ganz prominent auf einer kleinen, selbst gebauten Nestinsel. Wie um alles in der Welt ĂŒberleben diese Vögel diese gefĂ€hrliche, sensible Zeit? Die Babies einen mich an kleine Aasgeier :-), sind aber so sĂŒĂŸ in ihrem einerseits hilflosen, andererseits neugierigen Verhalten anzuschauen. Die FĂŒĂŸe der Mama fand ich ebenso ĂŒberraschend und faszinierend, sind diese doch ohne SchwimmhĂ€ute! Unsere Natur ist voller Wunder, immer gibt es neue zu entdecken!

Alltag

Nach insgesamt achtzig Kilometern zu Fuß hat mich mein Alltag wieder. Unfassbar schnell ĂŒbrigens. Bei der Wanderung konnte ich mich zum Teil nur bei Laune halten, indem ich mir bewusst mental sagte, dass ich immer nur einen Fuß vor den anderen setzen muss. Nicht mehr und nicht weniger. Es gab einige Momente, in denen ich mich einfach gehen lassen wollte, hinsetzen und nicht mehr aufstehen, den Bus oder den Zug nehmen, zur Not war ich sogar bereit zu trampen! FĂŒr mich war die Wanderung mehr denn je Sinnbild fĂŒr mein Leben. Auf und ab, mal einfach, leicht, mal schwer und anstrengend. Eine tolle Erfahrung. Immer wieder!

Regen und Gewitter

Die Nacht im Zelt war abenteuerlich, denn es zog ein heftiges Gewitter auf und entlud sich gefĂŒhlt direkt ĂŒber uns. Morgens war es aber erst mal trocken und fröhlich machten wir uns fĂŒr unseren letzten Tag auf den Weg. Achtundzwanzig Kilometer lagen vor uns, gestern dreißig und nun bin ich zufrieden in der Pilger Herberge. Mittags begann es zu regnen, wir nannten es nieseln, aber irgendwann ließ sich der Starkregen nicht mehr schön reden:-) völlig nass sind wir geworden, auch alles, was wir dabei haben! Die gute Laune ließen wir uns aber nicht verregnen, eine traumhafte Pizza und ein kleines Bier machte krĂ€ftig genug fĂŒr die letzte Etappe. Meine Nichte und ich gehen jedes Jahr ein StĂŒck Jakobsweg Richtung Santiago de Compostela, wie es gerade in unser Leben passt. Ob wir ankommen, wissen wir nie, es ist immer spannend! Morgen fahren wir mit dem Zug heim, ich bin sicher, wir zehren wieder lange von dieser wundervollen Erfahrung!

Schönes Wochenende

Eine Nacht im Freien

Die Nacht haben wir unter freiem, wundervollen Sternenhimmel am Weiher verbracht. Nun sind wir schon zwanzig Kilometer von dieser wundervollen Stelle entfernt, trinken wieder ein Bier, diesmal von der Brauerei Pilgrim 😀 und genießen die angenehme Schwere im Körper. Heute wollen wir noch acht Kilometer schaffen, aber alles kann, nix muss! Heute gab es auch den ersten Pilger Stempel fĂŒr diese Etappe. FĂŒhle mich heute mehr im Flow, das Gehen strengt nicht mehr so an! Prost und schönen Freitag Abend!

P.S. Heute ist meine OP ein Jahr her. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Ich bin unglaublich dankbar, diese Tage erleben zu dĂŒrfen!

Heiterkeit

„Der Heiterkeit sollten wir,

wann immer sie sich einstellt,

TĂŒr und Tor öffnen, denn

sie kommt nie zur unrechten Zeit.“

erkannte Arthur Schopenhauer.

Ich hoffe, die Heiterkeit ist auch bei euch allen an diesem Maisonntag prĂ€sent und ihr genießt schöne, entspannte sonnige Stunden!

Ein herzlicher, heiterer Gruß!

Christine

„Wer stĂ€ndig glĂŒcklich sein will, muss sich oft verĂ€ndern“

sagte Konfuzius. Das Thema VerĂ€nderung war Inhalt in einem heutigen GesprĂ€ch mit einer lieben Freundin. Die momentane Situation hat uns allen viele VerĂ€nderungen beschert, rĂŒckblickend an den Anfang des Jahres 2020 kann ich voller Inbrunst sagen, dass ich ein gutes Jahr spĂ€ter Maske trage und mit vielen EinschrĂ€nkungen im Vergleich zu meinem Vor-Corona-Leben klarkommen werde, hĂ€tte ich nie geglaubt! Nun, Konfuzius hat sowas von Recht, ich habe nicht den Anspruch, permanent glĂŒcklich zu sein, fĂŒr mich gehören Licht und Schatten eben zusammen und um wirklich GlĂŒck schĂ€tzen zu können, muss man ebenso durch dunkle TĂ€ler wandeln. Ich finde allerdings sehr hilfreich, in jeder Lebensphase Bilanz zu ziehen und mir die guten Seiten bewusst zu machen. Das heißt, einen stetigen Prozess von VerĂ€nderung mit- und durchzumachen, denn alles ist eine Frage der Perspektive. Im GesprĂ€ch mit meiner Freundin attestierte sie mir eine Halsstarrigkeit in manchen Bereichen meines Lebens. Und ja, ich habe das selber schon erkannt, tappe aber trotz Erkenntnis und Willen zur VerĂ€nderung meines Musters noch oftmals in die Falle. Persönlichkeitsentwicklung ist kein Spaziergang, Kröten mĂŒssen geschluckt werden, es benötigt Training und Geduld. Und diese habe ich mit fast allen Menschen ausreichend… Nur eben nicht mit mir selber… Übrigens versuche ich aktuell, meine Hund zu erziehen. Mit meiner Halsstarrigkeit bin ich nicht allein. Meine Hunde spiegeln meine Haltung und mein Verhalten unzensiert und unmittelbar. Nelly versucht zum Beispiel konsequent seit zwei Wochen, beim Gassi immer noch erster zu sein 🙂