Mein Herz singt

Ich liebe sie, diese wundervollen sonnigen Tage, wenn ich von den unglaublich vielfältigen Stimmen der Vögel morgens geweckt werde, alle Fenster weit offen stehen und das Leben einfach nur leicht ist! Ich höre gerne die Grillen zirpen und erfreue mich am Quaken der Frösche am nahen Weiher. Abends auf der Terrasse essen und, bis es dunkel ist, draußen sein, dafür bin ich unendlich dankbar. Was für ein Glück, den Sommer spüren, riechen, schmecken, hören und sehen zu dürfen!

Morgens auf dem Balkon

Präsenz

Meine größte Herausforderung dieser Tage ist das Training mit meinem Hund. Gnadenlos spiegelt die Dame unmittelbar,  wenn meine Gedanken abschweifen und ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr bei ihr ist.  Die Konsequenz, die folgt, ist sofortiges Austesten meiner Grenzen. Ich habe erkannt, dass ich oft gar nicht wahrnehme, dass ich gar nicht mehr im Moment bin. Mein Hund, mein Lehrmeister 😀

Blässhuhnbabies

Ich durfte vergangene Woche das erste Mal in meinem Leben einer frisch gebackenen Blässhuhnmama bei der liebevollen Fütterung und Pflege Ihrer Kinder zuschauen. Ich war so gerührt, denn diese Vögel brüten mitten im Wasser ganz prominent auf einer kleinen, selbst gebauten Nestinsel. Wie um alles in der Welt überleben diese Vögel diese gefährliche, sensible Zeit? Die Babies einen mich an kleine Aasgeier :-), sind aber so süß in ihrem einerseits hilflosen, andererseits neugierigen Verhalten anzuschauen. Die Füße der Mama fand ich ebenso überraschend und faszinierend, sind diese doch ohne Schwimmhäute! Unsere Natur ist voller Wunder, immer gibt es neue zu entdecken!

Alltag

Nach insgesamt achtzig Kilometern zu Fuß hat mich mein Alltag wieder. Unfassbar schnell übrigens. Bei der Wanderung konnte ich mich zum Teil nur bei Laune halten, indem ich mir bewusst mental sagte, dass ich immer nur einen Fuß vor den anderen setzen muss. Nicht mehr und nicht weniger. Es gab einige Momente, in denen ich mich einfach gehen lassen wollte, hinsetzen und nicht mehr aufstehen, den Bus oder den Zug nehmen, zur Not war ich sogar bereit zu trampen! Für mich war die Wanderung mehr denn je Sinnbild für mein Leben. Auf und ab, mal einfach, leicht, mal schwer und anstrengend. Eine tolle Erfahrung. Immer wieder!

Regen und Gewitter

Die Nacht im Zelt war abenteuerlich, denn es zog ein heftiges Gewitter auf und entlud sich gefühlt direkt über uns. Morgens war es aber erst mal trocken und fröhlich machten wir uns für unseren letzten Tag auf den Weg. Achtundzwanzig Kilometer lagen vor uns, gestern dreißig und nun bin ich zufrieden in der Pilger Herberge. Mittags begann es zu regnen, wir nannten es nieseln, aber irgendwann ließ sich der Starkregen nicht mehr schön reden:-) völlig nass sind wir geworden, auch alles, was wir dabei haben! Die gute Laune ließen wir uns aber nicht verregnen, eine traumhafte Pizza und ein kleines Bier machte kräftig genug für die letzte Etappe. Meine Nichte und ich gehen jedes Jahr ein Stück Jakobsweg Richtung Santiago de Compostela, wie es gerade in unser Leben passt. Ob wir ankommen, wissen wir nie, es ist immer spannend! Morgen fahren wir mit dem Zug heim, ich bin sicher, wir zehren wieder lange von dieser wundervollen Erfahrung!

Schönes Wochenende

Eine Nacht im Freien

Die Nacht haben wir unter freiem, wundervollen Sternenhimmel am Weiher verbracht. Nun sind wir schon zwanzig Kilometer von dieser wundervollen Stelle entfernt, trinken wieder ein Bier, diesmal von der Brauerei Pilgrim 😀 und genießen die angenehme Schwere im Körper. Heute wollen wir noch acht Kilometer schaffen, aber alles kann, nix muss! Heute gab es auch den ersten Pilger Stempel für diese Etappe. Fühle mich heute mehr im Flow, das Gehen strengt nicht mehr so an! Prost und schönen Freitag Abend!

P.S. Heute ist meine OP ein Jahr her. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Ich bin unglaublich dankbar, diese Tage erleben zu dürfen!

Heiterkeit

„Der Heiterkeit sollten wir,

wann immer sie sich einstellt,

Tür und Tor öffnen, denn

sie kommt nie zur unrechten Zeit.“

erkannte Arthur Schopenhauer.

Ich hoffe, die Heiterkeit ist auch bei euch allen an diesem Maisonntag präsent und ihr genießt schöne, entspannte sonnige Stunden!

Ein herzlicher, heiterer Gruß!

Christine

„Wer ständig glücklich sein will, muss sich oft verändern“

sagte Konfuzius. Das Thema Veränderung war Inhalt in einem heutigen Gespräch mit einer lieben Freundin. Die momentane Situation hat uns allen viele Veränderungen beschert, rückblickend an den Anfang des Jahres 2020 kann ich voller Inbrunst sagen, dass ich ein gutes Jahr später Maske trage und mit vielen Einschränkungen im Vergleich zu meinem Vor-Corona-Leben klarkommen werde, hätte ich nie geglaubt! Nun, Konfuzius hat sowas von Recht, ich habe nicht den Anspruch, permanent glücklich zu sein, für mich gehören Licht und Schatten eben zusammen und um wirklich Glück schätzen zu können, muss man ebenso durch dunkle Täler wandeln. Ich finde allerdings sehr hilfreich, in jeder Lebensphase Bilanz zu ziehen und mir die guten Seiten bewusst zu machen. Das heißt, einen stetigen Prozess von Veränderung mit- und durchzumachen, denn alles ist eine Frage der Perspektive. Im Gespräch mit meiner Freundin attestierte sie mir eine Halsstarrigkeit in manchen Bereichen meines Lebens. Und ja, ich habe das selber schon erkannt, tappe aber trotz Erkenntnis und Willen zur Veränderung meines Musters noch oftmals in die Falle. Persönlichkeitsentwicklung ist kein Spaziergang, Kröten müssen geschluckt werden, es benötigt Training und Geduld. Und diese habe ich mit fast allen Menschen ausreichend… Nur eben nicht mit mir selber… Übrigens versuche ich aktuell, meine Hund zu erziehen. Mit meiner Halsstarrigkeit bin ich nicht allein. Meine Hunde spiegeln meine Haltung und mein Verhalten unzensiert und unmittelbar. Nelly versucht zum Beispiel konsequent seit zwei Wochen, beim Gassi immer noch erster zu sein 🙂

Wetterbericht

Ich mag ihn nicht mehr anschauen oder hören, den Wetterbericht. Ich versuche auch, sämtliche Kommentare und Diskussionen zum Wetter zu vermeiden. Heute ist nämlich ein wundervoller sonniger Tag, obwohl ein schrecklicher Regentag prophezeit wurde. Schon Karl Valentin sagte: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch!“

Hört man sich zum Beispiel den Wetterbericht im Radio an, wertet unmittelbar der Moderator die aktuelle Wetterlage vor allem bei Niederschlägen, anstatt sich zu freuen, dass wir unseren Grundwasserhaushalt vielleicht einigermaßen wieder ausgeglichen bekommen. Ich mag meine Zeit und Energie nicht mit unveränderbaren Zuständen verprassen. Manchmal erinnern mich Situationen, in denen Menschen einfach ihrem Navi im Auto blind vertrauen und dann Treppen hinabfahren oder in Bäche stürzen an den unreflektierten Glauben an den Wetterbericht. Anstatt selber vor die Tür zu gehen und eindeutige Zeichen wahrzunehmen und Schlüsse zu ziehen, fragt man lieber die Wetter-App (übrigens bekommt man häufig von verschiedenen Apps verschiedene Vorhersagen, da kann man dann auch schon mal im Vorfeld streiten, wer recht hat!)! Ich finde, wir sollten uns an Karl Valentins Spruch orientieren. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht hundertprozentig vorhersagen oder kontrollieren können, da hilft nur, sich auf die präsente Situation einzustellen!

Schönes Wochenende, egal wie das Wetter wird!