Der Wecker

Bei einer heutigen Recherche über den Namen eines Old-School-Weckers bin ich über meine Frage gestolpert, wie lange es denn eigentlich schon Uhren, insbesondere den Wecker gibt. Ich stieß auf die Information, dass der erste Wecker 1787 erfunden wurde, aber quasi nur für den Eigengebrauch des Erfinders, alle anderen mussten anders aus dem Schlaf finden, zum Beispiel mit dem ersten Hahnenschrei (der ja auch schon seit geraumer Zeit „Old School“ und äußerst schwierig noch in unserer Umgebung zu finden ist, schließlich wird man als stolzer Gockelbesitzer wenig geliebt von den Nachbarn:-)). Unter anderem gab es in Amerika sogar einen Beruf, den sogenannten Weckermann, der von Haus zu Haus ging, um die Leute durch Rufen und Klopfen zu wecken. Da stellt sich mir wieder eine Frage: wie wachte der Weckermann auf? Ging er vorsichtshalber vielleicht lieber gar nicht erst zu Bett? Also arbeitete er sozusagen Nachtschicht und schlief dann tagsüber? Der Wecker wurde übrigens erst richtig attraktiv und wichtig zur Zeit der Industrialisierung, also zu der Zeit, als für viele Menschen die eigene Zeiteinteilung wegfiel und sie fremdbestimmt durch ihren jeweiligen Arbeitsplatz ihre Tage gestalteten. Aber zunächst mal: ich finde dieses Thema so interessant, weil ich eigentlich sehr gerne auf meinen Wecker verzichten würde. Ich würde gerne einfach so lange schlafen können, wie es mein Körper benötigt und dann gemütlich aufwachen dürfen. Die Realität sieht bedauernswerterweise etwas anders aus :-), je älter ich allerdings werde, desto verlässlicher wird meine eigene innere Uhr. Nun ist es schon fast täglich so, dass ich einige Minuten vor meinem Weckerklingeln wach werde, was noch vor einigen wenigen Jahren ein Ding der Unmöglichkeit war. Ich gehörte nämlich zu den Aufstehern, die auch noch die letzte Sekunde dösen nutzten und den Wecker 5x auf Schlummermodus stellten. Diese Zeiten sind vorbei, aber ich merke, dass mein Bedürfnis nach selbstbestimmtem Aufwachen immer dann besonders groß ist, wenn ich in einigen anderen Lebensbereichen eine Fremdbestimmung wahrnehme, zum Beispiel in meiner Arbeit. Ich frage mich oft, ob dieses oft gefühlte Hamsterrad, immer zu bestimmten Zeiten irgendetwas zu tun oder irgendwo zu sein, gesund für uns Menschen ist. Andererseits neige ich auch dazu, ohne Struktur zu dümpeln. Also, wie so oft im Leben, muss ein Mittelweg her. Ich versuche, Termine zu fasten, Tage frei zu halten und meinen Wecker am Wochenende nicht zu stellen. Vielleicht kann ich meine Sehnsucht etwas abmildern!

Es ist Zeit…

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