Hoch die Hände, Wochenende??

Ein Leben, das nur noch auf das Wochenende konzentriert ist, erscheint mir doch sehr trist! Schaut man auf die Anzahl der Wochenenden im Jahr, so sind die „Werktage“, sprich Arbeitstage, eindeutig in der Überzahl! Es hat sich eingeschlichen, dass die normalen Wochentage bei so manchem nur noch „zum Absitzen“ und Aushalten da sind. Fleissig unterstützt wird diese Einstellung häufig durch Radiosendungen, Social Media Beiträgen und sonstigen Scheinweltenvermittlern. Man lebt nur noch auf das Wochenende hin, unter der Woche muss man ja arbeiten und seine Pflicht erfüllen, das kann ja nicht erfreuen und glücklich machen, oder?

Mark Twain sagte: „Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden.“ Seit meiner Diagnose vor bald einem Jahr kann ich dieses Zitat nicht oft genug lesen! Ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als meine Diagnose mit meinem banalen Alltag einzutauschen, ich hätte auch die Wochenenden geopfert, nur um dieser Krankheit aus dem Weg zu gehen. Wir benutzen oft leichtfertig Worte, sind zu wenig dankbar über die kleinen und großen Geschenke des Lebens und anscheinend sehr menschlich ist, erst die eigene sorglose Situation schätzen zu lernen, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, eine Krise hat und schmerzhaft erkennt, wie gut es einem vorher ging. Robert Betz hat heute in seinem Spruch des Tages sinngemäß vermittelt, dass Dankbarkeit der Schlüssel für ein erfülltes Leben ist. Die Geschenke des Lebens darf man erkennen, unter anderem das Allergrößte, das eigene Lebens selbst. Ich finde, es ist nochmal eine Überlegung wert, über die fünf Arbeitstage nachzudenken. Sie verdienen genauso Wertschätzung wie unsere Wochenenden (an dem auch einige Menschen arbeiten). Jeder Tag ist uns geschenkt, es liegt an uns, wie wir unsere Zeit gestalten!