Verantwortung

Verantwortung übernehmen… Hört sich ja erst mal nicht übermäßig kompliziert an, oder? Man trägt im Leben mal mehr mal weniger Verantwortung für Menschen oder Situationen, privat und im Berufsleben, mal kommt man locker damit zurecht, mal ist es verzwickter. Im Laufe meiner Krankheitsgeschichte und meiner Beschäftigung mit mir und meinem Körper ist mir aber vollkommen klar geworden, dass ich noch mehr in die Verantwortung rutschen muss, was mich selbst betrifft. Jede Entscheidung, die ich für mich selbst treffe, hat Konsequenzen. Natürlich. Mir war das schon vorher klar und irgendwie habe ich auch versucht, diese Verantwortung für mich zu tragen. Aber es hat sich abgespalten angefühlt. Als würde das, was mir mein Körper spiegelte und das, was ich tat, zwei völlig verschiedene Menschen betreffen. Ich weiß über gesundes Essen Bescheid, über die Notwendigkeit, den eigenen Körper zu trainieren, ich weiß, was mir gut tut und was nicht und dennoch habe ich oft genau das Gegenteil von allem gemacht. Nun bin ich etwas schlauer geworden. Ich höre auf meine Körpersignale, ich genieße mit Maß und ich mache Yoga. Irgendwann traf mich nämlich eine Erkenntnis wie der Blitz. Ich kann nur wieder gesund werden, erstens, wenn ich das aus vollem Herzen selber will und mich dafür entscheide und zweitens, wenn ich auch alles daran setze, an der Heilung mitzuwirken, koste es, was es wolle (im ideellen und materiellen Sinn). Ich kann nicht darauf warten, dass ein Zaubererarzt kommt, mit dem Zauberstab wedelt und bei mir wieder alles gut ist. Wenn mein Rücken weh tut, muss ich für mich selber einen Weg finden, dem Schmerz zu begegnen. Kein Mensch dieser Erde fühlt die Vorgänge in meinem Körper. Im ersten Moment dieser Erkenntnis fühlte ich mich noch betrogener, noch selbstmitleidiger, als sie ein bißchen sackte, fand ich sie nicht mehr so schlimm. Nein, ich finde sie mittlerweile sogar echt erleichternd, weil ich alle Fäden in der Hand habe. Ich trage die Verantwortung für mich. Ich entscheide bewusst, was, wie, wo, warum ich Dinge sage oder tue. Ich steige aus der Opferrolle heraus, immer öfter, es gelingt noch nicht immer oder sofort, aber es fühlt sich großartig an, seines eigenen Glückes Schmied zu sein!

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