Widrige Umstände

Heute Morgen machte ich mich auf zu meiner Spazierrunde mit Hund. Draußen hat es gestern den ganzen Tag geschneit, in der Nacht auch noch ein bißchen und nach einer kurzen Schneepause heute früh geht es aktuell auch noch weiter mit dicken, nassen Flocken. Als ich los ging, nahm ich keinen beißenden Wind wahr, also entschied ich mich für eine ausgiebige große Runde. Die Hälfte des Weges war schön geräumt, ich bin immer begeistert von den Menschen, die unbefahrene Wege unspektakulär und selbstverständlich einfach ein bißchen räumen, weil sie mir meinen Spaziergang im Winter erleichtern. Danke dafür. Die zweite Hälfte des Weges allerdings war unberührt und ungespurt. Mittlerweile konnte ich auch einen sehr fiesen Wind in auf meiner Gesichtshaut spüren, der mir zudem in regelmäßigen Abständen sehr nasse, große Schneeflocken in die Augen trieb. Ich wandte den Blick auf die Strecke, die vor mir lag, schätzungsweise 2 Kilometer in klarem, endlosen Weiß und stemmte mich gegen den Wind, der die ganze restliche Strecke auch von vorne kommen würde. Ich konnte einige Pfosten rechts der Wegstrecke ausmachen, glücklicherweise, sonst wäre ich sicher vom Weg abgekommen. Anstatt mich zu ärgern und zu fluchen, wie mir das für gewöhnlich in einer solchen Situation in den Sinn kommt, habe ich mir vorgenommen, einen Schritt nach dem anderen zu machen, trotz der Widrigkeiten. Ich beobachtete mich selbst beim Gehen und merkte plötzlich, wie leicht die Situation wird, wenn man nicht die ganze Strecke sieht und den Erfolg ausschließlich im Bezwingen dieser sieht, sondern laute winzige Erfolge verspürt, wenn man einen kleinen Schritt getan hat. Für meinen heutigen Tag nehme ich mir diese Erfahrung zu Herzen: ein Schritt nach dem anderen, mich freuen über die kleinen Erfolge und Erlebnisse, bewusste Pausen und mir selber auf die Schulter klopfen, wenn ein Schritt getan ist. Und nicht vergessen: immer wieder zwischendurch lächeln. Wegen der Faltenbekämpfung. Und dem unglaublich guten Gefühl. Einen wunderschönen Montag!