Heiterkeit

„Der Heiterkeit sollten wir,

wann immer sie sich einstellt,

Tür und Tor öffnen, denn

sie kommt nie zur unrechten Zeit.“

erkannte Arthur Schopenhauer.

Ich hoffe, die Heiterkeit ist auch bei euch allen an diesem Maisonntag präsent und ihr genießt schöne, entspannte sonnige Stunden!

Ein herzlicher, heiterer Gruß!

Christine

„Wer ständig glücklich sein will, muss sich oft verändern“

sagte Konfuzius. Das Thema Veränderung war Inhalt in einem heutigen Gespräch mit einer lieben Freundin. Die momentane Situation hat uns allen viele Veränderungen beschert, rückblickend an den Anfang des Jahres 2020 kann ich voller Inbrunst sagen, dass ich ein gutes Jahr später Maske trage und mit vielen Einschränkungen im Vergleich zu meinem Vor-Corona-Leben klarkommen werde, hätte ich nie geglaubt! Nun, Konfuzius hat sowas von Recht, ich habe nicht den Anspruch, permanent glücklich zu sein, für mich gehören Licht und Schatten eben zusammen und um wirklich Glück schätzen zu können, muss man ebenso durch dunkle Täler wandeln. Ich finde allerdings sehr hilfreich, in jeder Lebensphase Bilanz zu ziehen und mir die guten Seiten bewusst zu machen. Das heißt, einen stetigen Prozess von Veränderung mit- und durchzumachen, denn alles ist eine Frage der Perspektive. Im Gespräch mit meiner Freundin attestierte sie mir eine Halsstarrigkeit in manchen Bereichen meines Lebens. Und ja, ich habe das selber schon erkannt, tappe aber trotz Erkenntnis und Willen zur Veränderung meines Musters noch oftmals in die Falle. Persönlichkeitsentwicklung ist kein Spaziergang, Kröten müssen geschluckt werden, es benötigt Training und Geduld. Und diese habe ich mit fast allen Menschen ausreichend… Nur eben nicht mit mir selber… Übrigens versuche ich aktuell, meine Hund zu erziehen. Mit meiner Halsstarrigkeit bin ich nicht allein. Meine Hunde spiegeln meine Haltung und mein Verhalten unzensiert und unmittelbar. Nelly versucht zum Beispiel konsequent seit zwei Wochen, beim Gassi immer noch erster zu sein 🙂

Wetterbericht

Ich mag ihn nicht mehr anschauen oder hören, den Wetterbericht. Ich versuche auch, sämtliche Kommentare und Diskussionen zum Wetter zu vermeiden. Heute ist nämlich ein wundervoller sonniger Tag, obwohl ein schrecklicher Regentag prophezeit wurde. Schon Karl Valentin sagte: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch!“

Hört man sich zum Beispiel den Wetterbericht im Radio an, wertet unmittelbar der Moderator die aktuelle Wetterlage vor allem bei Niederschlägen, anstatt sich zu freuen, dass wir unseren Grundwasserhaushalt vielleicht einigermaßen wieder ausgeglichen bekommen. Ich mag meine Zeit und Energie nicht mit unveränderbaren Zuständen verprassen. Manchmal erinnern mich Situationen, in denen Menschen einfach ihrem Navi im Auto blind vertrauen und dann Treppen hinabfahren oder in Bäche stürzen an den unreflektierten Glauben an den Wetterbericht. Anstatt selber vor die Tür zu gehen und eindeutige Zeichen wahrzunehmen und Schlüsse zu ziehen, fragt man lieber die Wetter-App (übrigens bekommt man häufig von verschiedenen Apps verschiedene Vorhersagen, da kann man dann auch schon mal im Vorfeld streiten, wer recht hat!)! Ich finde, wir sollten uns an Karl Valentins Spruch orientieren. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht hundertprozentig vorhersagen oder kontrollieren können, da hilft nur, sich auf die präsente Situation einzustellen!

Schönes Wochenende, egal wie das Wetter wird!

Fluss

Gestern habe ich das urplötzlich warme Wetter (vorgestern war es morgens noch ziemlich frisch, gestern gar nicht mehr) ausgenutzt und bin ich Fluss baden gegangen. Die ersten Schritte im eiskalten Wasser, bis sich Füße und Beine gewöhnen, dann zügig den Rest des Körpers untertauchen, nur nicht allzu lange nachdenken, sonst hüpfe ich schleunigst wieder raus. Bauch und Schultern sind immer am empfindlichsten, aber es ist einfach ein unglaublich erfrischendes Gefühl. Auf der Steinbank am Ufer habe ich mich dann von der Sonne trocknen lassen und die Umgebung bewundert. Der Fluss symbolisiert für mich einmal mehr das Leben. Lass dich treiben, gib dich dem Strom hin, kämpfe nicht an, nimm alles hin, was das Leben dir bietet. Gehe mit und nimm die Veränderung an, es gibt so vieles zu erleben, erfahren und entdecken!

Einen schönen Wochentstart!

Der Tag der toten Ente

Heute bin ich untröstlich. Am Morgen habe ich noch sechs gut gelaunte Laufenten aus ihrem Stall entlassen und mich wie jedes Mal über ihre Lebensfreude beim Verlassen ihrer Behausung gefreut. Keine zwei Stunden später erreichte mich dann der Anruf meiner Tochter während der Arbeit. Unser Laufentenmädchen Batman (bei der Namensgebung konnten wir noch nicht erkennen, dass sie ein Mädchen ist) wurde überfahren. Das Risiko war mir immer schon bewusst, unsere Enten lieben ihre Freiheit, watscheln zum nahe gelegenen Weiher oder suchen bei Nachbarn nach Nahrhaftem und machen sich natürlich nicht immer nur Freunde mit ihrem Dasein. Auch vielbefahrene Straßen überqueren sie oft genug arglos. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ihr Leben lieber kurz und schön, als lang und eingesperrt sein soll. Das, was mir aber heute wirklich unglaublich nahe geht, ist die Art und Weise, wie in einer Zone 30 nahe Kindertagesstätte meine Ente ihr Leben lassen musste und dann noch achtlos auf der Straße liegen blieb. Meine Tochter hat mit meiner Mutter den arg zerschmetterten Körper fassungslos beerdigt. Mich erschreckt die Rohheit, die ich in diesen Vorfall hineininterpretiere. Wir leben sehr ländlich, viele kennen sich und die Enten sind in der näheren Umgebung bekannt wie bunte Hunde. Ich wünschte, ich hätte Batman rechtzeitig von der Straße holen können, bevor noch weitere Autos über sie hinweg rollten. Ebenso wie bei den armen Fröschen, die ich jedes überfahren auf der Straße finde, frage ich mich, ob die Menschen diese überhaupt nicht wahrnehmen oder ob schlicht und ergreifend das Tierleben in so einem Fall keinerlei Bedeutung hat. Batman war ein sehr zutrauliches Tier, da sie durch unsere Hände groß gezogen wurde, ohne Mama, die wollte sie nicht haben. Ihre zwei Geschwister, ebenfalls von uns aufgezogen, trauerten den ganzen Tag um sie und wollten ihr von der Straße aufhelfen. Tiere sind zu Mitgefühl in der Lage, was ist mit uns Menschen nur los?

Selbstbild – Fremdbild

Ein spannendes Thema! Wie sehe ich mich? Wie nehme ich mich wahr? Und wie sehen mich Mitmenschen und nehmen mich wahr? Unterschiede in der Selbst- und Fremdwahrnehmung sind vollkommen natürlich, nur geht die Einschätzung jeweils manchmal sehr stark auseinander. Besonders fällt mir das auf, wenn ich einen Vortrag halte und unglaublich nervös bin, hinterher jedoch rückgemeldet bekomme, dass man dies bei mir nicht merkt. Ich könnte schwören, dass meine Stimme zittert und mein Gesicht knallrot ist. Man kann mit verschiedenen Hilfsmitteln mehr über seine Außenwirkung erforschen, z.B. mit Spiegeln, Film-, Foto- oder Tonaufnahmen. Es kostet zwar einige Überwindung, sich selber auf diese Art und Weise zu reflektieren, aber alles, was den eigenen blinden Fleck reduziert, ist hilfreich auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Ich kenne eine Dame, die viele Mitmenschen allein durch ihre Ausstrahlung ängstigt. Meist ist sie zynisch, ironisch und ruppig. Sie selbst nimmt sich als fröhlichen, lustigen Menschen wahr, eine, die immer lacht! Faszinierend. Mitmenschen sind ein zuverlässiger Spiegel, wenn man Reaktionen, Emotionen, Energien und Verhalten beobachtet, kann man auch auf die eigene Wirkung schließen. Zu sehr im eigenen Universum unterwegs zu sein ohne Feedback von außen wahrzunehmen, kann zu einer Überbewertung der eigenen Person führen. Die wichtige Reflexion von außen lässt uns Menschen, die wir soziale Wesen sind, uns weiterentwickeln und unser Selbst- und Fremdbild nähern sich immer stärker an!

Einen guten Wochenstart in diese erste Maiwoche!

Würde

Ich habe vergangene Woche das Buch „Würde“ von Gerald Hüther gelesen. Herr Hüther beschreibt in seinem Buch, dass wir alle von Anfang mit einem inneren Kompass ausgestattet sind, einer Art Sensibilität, mit der wir unrechtes Verhalten uns gegenüber identifizieren können. In Kombination mit dem Film „In stürmischen Zeiten“, in dem ein kleines, ungefähr fünf Jahre altes jüdisches Mädchen aus Russland allein nach England verschifft wird und ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wie es möglich ist, dass Kinder scheinbar den Ernst einer bedrohlichen Situation erfassen und sich dementsprechend unauffällig und mutig verhalten, erlebte ich einen Aha-Effekt. Der innere Kompass hilft uns also von Anfang an, Recht und Unrecht unterscheiden zu können. Hüther schreibt, dass Menschen, die überwiegend würdeloser Behandlung ausgesetzt sind, meistens auch andere würdelos behandeln, einfach, weil sie würdevolle Behandlung nicht kennen. Leuchtet ein. Weiter schreibt Hüther, dass Menschen, die sich ihrer Würde bewusst sind, gar nicht mehr würdelos handeln können. In meiner pädagogischen Arbeit ist die Würde des einzelnen Kindes ein großes Thema, das mich immer wieder beschäftigt. Ebenso die Würde meiner Kollegen oder der Eltern. In Hüthers Buch kommen die Bildungseinrichtungen in Deutschland übrigens in Bezug darauf sehr schlecht weg. Zu selten wird die Würde des Einzelnen in den Fokus gerückt, meistens wird erzogen, gelehrt, geführt und die Bedürfnisse Einzelner spielen keine Rolle. Für mich passt eindeutig das Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ zu diesem Thema. Mein persönlicher Albtraum ist, dass Kinder, die ich in meiner Gruppe hatte, erzählen, sie hätten eine furchtbare Erzieherin in mir erlebt. Das ist schon mal ein Qualitätskontrollpunkt für mich. Und mein Bauchgefühl, wie, warum und wann ich Kindern etwas zumuten kann oder nicht. Mein innerer Kompass. Meine Arbeit ist anspruchsvoller, wenn ich das Thema „Würde“ ernsthaft berücksichtige. Ich lese viele Beiträge unter anderem in unterschiedlichen Blogs und bin häufig schockiert über die Erlebnisse von Menschen, deren Würde missachtet wird. Denken wir an Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Und daran, wie oft man selber täglich dagegen verstößt oder man Opfer eines Verstoßes wird. Ich finde, man muss diese Vergehen identifizieren und immer wieder ansprechen, Menschen beistehen, die Opfer sind. Sich einmischen. Und bei sich selber einen Anfang machen, einen würdevollen Umgang mit allen Menschen zu pflegen, denen man im Laufe des Lebens begegnet!

Schönes, würdevolles Wochenende

Trampolin hüpfen

Meine unglaublich fantastische Heilpraktikerin hat mir empfohlen, mein Lymphsystem täglich zu aktivieren, da ich durch meine Operation eine gewisse Lymphstau-Gefahr trage. Ich kenne einige Frauen, deren Arme im Laufe der Zeit unglaublich dick geworden sind dadurch und dies auch nicht mehr zu beheben war. Nun will ich natürlich alles für mein Lymphsystem tun, was in meiner Macht steht. Neben Salben und Bürsten habe ich mir nun ein kleines Trampolin in mein Schlafzimmer gestellt, da Trampolinhüpfen den Lymphfluss aktiviert. Bei jedem Gang am Trampolin vorbei hüpfe ich. Ich spüre nun auch in den Waden einen gewissen Zwick-Effekt, der mir sicherlich auch nebenbei nicht schadet 🙂 Ich habe gelesen, dass zehn Minuten Trampolin-Springen so effektiv wie dreißig Minuten Joggen ist. Phänomenal, finde ich! Und so unkompliziert! Das Lymphsystem ist übrigens für jeden Menschen pflegenswert und wichtig, alles, was man unterstützend tun kann, lässt sich gut in den Alltag integrieren.

Liebe Grüße

Christine

Froschauge

Gestern Abend war ich wieder Amphibienretterin. Leider sind dieses Jahr durch die Kälte sehr wenig Amphibien unterwegs. Eine Freundin hat mich mit ihrer Tochter schon mehrmals begleitet und nie hatten wir zusammen auch nur eine einzige Kröte entdeckt. Gestern Abend hatten wir dann endlich Glück und fanden gleich am Anfang des Schutzzauns ein Pärchen. Wir haben über eine Stunde gesucht und dann tatsächlich insgesamt 14 Erdkröten vor dem sicheren Unfalltod retten können. Da nun auch schon einige Amphibien wieder auf dem Rückweg zum Sommerquartier sind, muss man auch in die andere Richtung Taxi spielen. Lustig ist es immer bei den Kandidaten, die nicht eindeutig zeigen, wo sie hinwollen. Schon manches Mal habe ich mir gedacht, dass ich den einen oder anderen in die falsche Richtung gebracht habe. Dann beginnt dessen mühevolle Reise von vorn. Vor allem bei kalten Temperaturen bewegen sich die armen Kröten noch langsamer als im Warmen. Ein Krötenmännchen hat sich so im Gras versteckt, dass nur das Gesicht zu sehen war. Meine kleine Begleiterin war fasziniert, dass ich im Dunkeln dieses Exemplar entdeckt habe. Müssen sich wohl im Laufe der Jahre Froschaugen bei mir gebildet haben 🙂 Am Weiher bewunderten wir dann die Schwimmkünste der Kröten im Dunkeln und genossen den trockenen Abend. Eine achtsame Wellnesseinheit an der frischen Luft mit dem Wissen, etwas Wertvolles zu tun. Schön wars!

Rumi

Heute habe ich ein Gedicht von Rumi für Euch. Rumi wurde am 30. September 1207 in Afghanistan geboren und verstarb am 17. Dezember 1273 in der Türkei. Rumi vertrat die Lehre, dass die Liebe die Hauptkraft im Universum ist und das Universum ein Harmonisches Ganzes. Alles ist mit allem verbunden. Mich berühren seine Schriften sehr, drum möchte ich heute eine mit Euch teilen!

„Die Liebe hat mir meine geistigen Übungen weggespült,

und mich mit Musik und Gedichten erfüllt!

Im Stillen versuchte ich über die Worte zu meditieren:

`Keine Kraft außer deiner Kraft`

Es ging nicht.

Ich musste klatschen und singen!

Einst war ich ehrwürdig und korrekt und gefestigt,

aber wer kann in diesem machtvollen Wind stehen

und an so etwas auch nur denken?

Ich war ein Stück Holz, das in dein Feuer fiel

und sofort in Rauch aufging.

Ich sah dich und war auch schon leer.

Dieses herrliche Leersein!

Es löscht alles Leben vollkommen aus,

und doch, wie blüht dadurch alles Leben auf,

und erschafft und erschafft und erschafft!

Der Himmel ist blau.

Die Welt ist ein blinder Mann, der am Boden hockt.

Aber wer immer dein Leersein erfährt,

sieht hinter das Blau und hinter den blinden Mann.

Eine große Seele wie Mohammed oder Jesus

verbirgt sich und wandert unbemerkt

durch das Getümmel in einer großen Stadt.

Wirklicher Jubel

bejubelt die Hingabe an das Leersein!

Über die Sonne jubeln heißt,

deine eigenen Augen bejubeln.

Juble über das Seelenmeer!

Diese Worte sind nur wie ein Schiffchen darauf.

Die Seereise geht also weiter – und wer weiß wohin?

Allein, dass wir von diesem Meer getragen werden,

ist das größte Glück, das wir haben können.

Das ist totales Erwachen!

Warum sollte es uns bedrücken,

dass wir geschlafen haben?

Es spielt keine Rolle, wie lange wir abwesend waren!

Uns ist ganz schwindelig!

Aber lass doch die Schuldgefühle und Ängste los!

Fühl diese Wellen von Zärtlichkeit – überall.

Diese alles tragende Kraft.“