Intuition

Die innere Stimme zeigt uns den Weg. Vorausgesetzt, man hört sie an. In den vergangenen Jahren habe ich meine eigene innere Stimme ignoriert. Ich wollte sie die meiste Zeit nicht wahrnehmen, da ich mich entgegen ihrer Impulse verhalten habe und dabei der Realität nicht ins Auge blicken wollte. Rückblickend kann ich sagen, dass ich mir mit meinem Verhalten selbst geschadet habe. Ich habe mich selbst verraten. Seit meiner Zwangspause im vergangenen Jahr verlasse ich mich immer öfter auf meinen inneren Kompass und siehe da, ich fühle mich wohl mit mir selber. Meine frühere Taktik, mich in jeglicher Form von mir selber abzulenken, ist Geschichte. Heute genieße ich, bewusst meiner Intuition zu folgen, ich höre in mich und wäge vorsichtig ab. Dadurch fühle ich mich klarer im Umgang mit meinen Mitmenschen, ich verzettele mich nicht mit Terminen und mir bleibt am Ende des Tages mehr Energie, um mich den Dingen zu widmen, die ich wirklich gerne mag. Es bedurfte bei mir eines Warnschusses, ehe ich mich selber Ernst- und wahrnehmen lernte. Das geht bestimmt auch ohne. Insgesamt fühlt es sich klasse an, selber zu entscheiden, die Zügel in der Hand zu haben, das Leben bewusst zu lenken und nichts einfach nur über mich ergehen zu lassen und rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. Den nötigen Halt, um komplett meine eigene Verantwortung für mich übernehmen zu können, gibt mir tatsächlich meine Intuition. Um sie zu trainieren, benötige ich Meditation, das regelmäßige Schreiben und Dokumentieren und ehrliche Selbst- und Fremdreflexion. Darin Zeit zu investieren, zahlt sich allerdings in meinem Fall unglaublich positiv aus. Ich stehe wieder im Kontakt zu mir selbst!

Schönen Ostermontag an alle!

Karfreitag

Dank der Pandemie verschwimmen die Tage und Monate gefühlt ineinander. Meine Zeit, die normalerweise geprägt wird durch verschiedene Feste und Feiern, Aktivitäten mit Freunden, Events im Jahreslauf verbringe ich zur Zeit relativ unaufgeregt. Sozialkontakte gibt es in der Arbeit, ein paar feste privat, das war es dann auch schon. Der Karfreitag war im normalen Leben vor Corona eher stressig, ich singe im Kirchenchor und da jagt in der Osterzeit ein Gottesdienst den nächsten. Heute gestalte ich den Feiertag nun sehr entschleunigt, frei nach dem Motto „Alles kann, nix muss“! Morgens beim Aufstehen freute ich mich über einen Tag ganz ohne Termine und Verpflichtungen (ich gehöre zu der Fraktion, die durch Coronabestimmungen die Gesellschaft mit mir selber immer mehr genießt und Terminlosigkeit sexy findet). Nach einem feinen Kaffee beim Osterbrotbacken und der Rüblikuchen-Vorbereitung floss ich nahtlos in eine halbstündige Yogaeinheit. Das erste Mal gelang es mir, mit geschlossenen Augen zu praktizieren, mein Blick wendete sich hervorragend nach innen. Nach einem ausgiebigen Frühstück drehten wir dann eine schöne Gassirunde, ich genoss das freie Durchatmen und die etwas trübe Stimmung des Tages. Meine Küche ist nun aufgeräumt wie lange nicht mehr nach einem ruhigen Nachmittag. Aufgaben erledigte ich nicht, weil ich es so geplant hatte, sondern weil ich heute Lust dazu hatte. Hätte ich am Morgen schon die To Do Liste des Tages kurz nach dem Aufwachen im Kopf gehabt, wie ich das früher fast schon zwanghaft zu tun pflegte, hätte ich morgens schon einen Würgereiz bekommen. Ich bin zur Zeit regelmäßig erstaunt über die Leichtigkeit, die meine eigene Entschleunigung des Alltags für mich mit sich bringt. Meine Aufgaben sind durchaus nicht weniger geworden, aber meine Perspektive und Herangehensweise hat sich enorm verändert. Ich habe gelesen, dass bei Stress Hormone ausgeschüttet werden, die meine Gesundheit beeinträchtigen können. Also versuche ich, Stress erst gar nicht mehr entstehen zu lassen. Denn eine unaufgeräumte Küche ist mit Sicherheit kein Grund, die eigene Gesundheit zu gefährden, oder? Ganz nebenbei habe ich auch heute über die Passion von Jesus Christus nachgedacht, ganz ohne Anleitung durch die Kirche. Entschleunigt und entstresst. War auch nicht schlecht!

Gegen den Strom

Heute morgen beim Frühstück in der Kindergruppe schmeckte einem Kind der angebissene Apfel nicht mehr. Kurzerhand wollte der Kleine das verbliebene Stückchen unterm Tisch unauffällig entsorgen. Leider hat er nicht mit mir gerechnet 🙂 Ich habe ihm geholfen, das Stück wieder aufzuheben, ein weiterer Versuch seinerseits zum Abchecken meiner Reaktion führte dazu, dass wir das Spiel auch noch ein drittes und viertes Mal spielten. Einfach das Stück am Tisch liegen zu lassen, fand er nicht in Ordnung in diesem Moment. Diese Erlebnisse mit Kindern unter drei Jahren finde ich unglaublich entschleunigend! Kinder lernen, entdecken, trainieren, üben, vieles ist ihnen neu, sie machen unterschiedlichste Erfahrungen und das in ihrem eigenen Tempo. Da kann man noch so auf die Tube drücken, die Kinder geben ganz natürlich die Zeit vor. Ein anderer Junge wollte dann nicht sofort mit in den Garten beim wunderschönen Sonnenschein, er wollte noch fünf Minuten aus dem Fenster schauen, bevor er sich schließlich zum Anziehen entschloss. Es braucht Gelassenheit und Geduld im täglichen Gruppengeschehen, es lehrt mich immer wieder inne zu halten, Gelegenheiten zur individuellen Entwicklung zuzulassen. Für mich wünsche ich mir auch, Dinge in meinem Tempo und zu seiner Zeit zu erledigen oder zu tun. Das entstresst mich ungemein. Und fühlt sich, wie in der Arbeit mit Kindern, richtig an!

Neues vom Erpel

Eigentlich müssen wir unsere Laufenten vor unseren Hunden schützen. Unser Jack Russell hat zwar schon unangenehme Bekanntschaft mit einem Entenschnabel am Schwanz gemacht, der Jagdinstinkt des Tieres ist und bleibt aber vorhanden und meine Hand würde ich nicht ins Feuer legen dafür, dass der Hund bei günstiger Gelegenheit niemals zupacken würde. Nun ist unser größenwahnsinniger Erpel immer noch scheinbar im hormonellen Ausnahmezustand. Jedes Mal, wenn wir mit den Hunden an ihm vorbeikommen, greift er ungeniert an. Diese Woche stürzte er sich völlig hinterlistig zwischen den Zaunlatten hervor und griff die Wiszlar-Mischlingsdame Nelly eiskalt und völlig angstfrei an. Nelly war, ebenso wie ich, in dem Moment so perplex, dass sie sich einfach zwicken ließ. Dabei würde ein Zuschnappen Nellys unserem wildgewordenen Entenmann gar nicht gut bekommen, er hat immerhin einen sehr schlanken, anmutigen Hals und auch sonst führt er ein für Laufenten typisches, sehr fragiles Dasein ohne Arme, Vorderpfoten oder Flügel. Ich bin jedesmal zutiefst gerührt und besorgt, wenn die Entenmannschaft auf dem Nachhauseweg vor mir hertrabt, selbst kleine Schwellen werden zur gemeinen Stolperfalle… Sehr schade fand ich, dass ich die Szene nicht filmen konnte, ich bin sicher, Nelly und ich hätten die Lacher auf unserer Seite gehabt. Unsere panische Flucht hat den Erpel nur noch mehr angestachelt, er jagte uns buchstäblich bis nach Hause. Ich musste herzhaft lachen, sein Mut aber beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. Aber vielleicht glaubt er auch nur, dass er auch ein Hund ist!

Ein humorvolles Wochenende!

Christine

Er wacht auch als Baby schon über seine Damen 🙂

Etwas Neues probieren…

Der Frühling lädt immer dazu ein, sich zu erneuern, sich neu zu erfinden. Nach der langen eher eintönigen Winterzeit überfällt mich der Drang nach Veränderung. Im Haus wird gemalert, gepflanzt, geputzt, im Garten umgegraben und der Boden vorbereitet für die künftige Bepflanzung. Ähnlich geht es mir mit Strukturen und Abläufen im Alltag, ich überdenke vieles neu und organisiere um. Bekanntlich ist die Umgewöhnung und das Einüben neuer Muster nicht ganz unkompliziert, leicht fällt man in alte Gewohnheiten zurück. Das Buch „Kleine Schritte mit großer Wirkung“ von Miriam Junge ist ein hilfreicher Ratgeber, um sich erst einmal über menschliches Gewohnheitsverhalten zu informieren und zudem nützliche Tipps zur eigenen „Umerziehung“ zu erhalten. Ich neige dazu, mir zuviel zu schnell vorzunehmen und bin dann schnell frustriert über mich selber, weil ich vermeintlich scheitere. Nun baue ich nur kleine Schritte im Alltag um, erprobe und experimentiere und schaue letztendlich, was bleibt und was geht!

Liebe Grüße

Christine

Hoch die Hände, Wochenende??

Ein Leben, das nur noch auf das Wochenende konzentriert ist, erscheint mir doch sehr trist! Schaut man auf die Anzahl der Wochenenden im Jahr, so sind die „Werktage“, sprich Arbeitstage, eindeutig in der Überzahl! Es hat sich eingeschlichen, dass die normalen Wochentage bei so manchem nur noch „zum Absitzen“ und Aushalten da sind. Fleissig unterstützt wird diese Einstellung häufig durch Radiosendungen, Social Media Beiträgen und sonstigen Scheinweltenvermittlern. Man lebt nur noch auf das Wochenende hin, unter der Woche muss man ja arbeiten und seine Pflicht erfüllen, das kann ja nicht erfreuen und glücklich machen, oder?

Mark Twain sagte: „Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden.“ Seit meiner Diagnose vor bald einem Jahr kann ich dieses Zitat nicht oft genug lesen! Ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als meine Diagnose mit meinem banalen Alltag einzutauschen, ich hätte auch die Wochenenden geopfert, nur um dieser Krankheit aus dem Weg zu gehen. Wir benutzen oft leichtfertig Worte, sind zu wenig dankbar über die kleinen und großen Geschenke des Lebens und anscheinend sehr menschlich ist, erst die eigene sorglose Situation schätzen zu lernen, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, eine Krise hat und schmerzhaft erkennt, wie gut es einem vorher ging. Robert Betz hat heute in seinem Spruch des Tages sinngemäß vermittelt, dass Dankbarkeit der Schlüssel für ein erfülltes Leben ist. Die Geschenke des Lebens darf man erkennen, unter anderem das Allergrößte, das eigene Lebens selbst. Ich finde, es ist nochmal eine Überlegung wert, über die fünf Arbeitstage nachzudenken. Sie verdienen genauso Wertschätzung wie unsere Wochenenden (an dem auch einige Menschen arbeiten). Jeder Tag ist uns geschenkt, es liegt an uns, wie wir unsere Zeit gestalten!

Wahrnehmung

Was ist Wahrnehmung eigentlich? Ein für mich immer wieder spannendes, weites, unglaublich interessantes Feld und sehr häufig der Ursprung von Konflikten. Jeder Mensch nimmt anders wahr und bewertet diese Wahrnehmung dann auch noch unterschiedlich auf der Basis seines Alters, seinem Fokus, seinen Erfahrungen. Ich kommuniziere mit meinen Mitmenschen in der festen Überzeugung, den richtigen Ton anzuschlagen, um dann feststellen zu müssen, dass es mancher anders wahrgenommen hat, sich angegriffen fühlt oder meine Intention nicht versteht. Es gibt das wunderbare Tool des „Aktiven Zuhörens“ nach Rogers, um in der Gesprächsführung stärker hinter die Kulissen des Gesprächspartners blicken zu können, um ein Gesamtbild zu erhalten und nicht nur Ausschnitte. Die Grundhaltung ist:

-Eine empathische und offene Grundhaltung

-Das Auftreten des Gesprächspartners sollte authentisch und ähnlich sein.

-Entgegenbringen von Akzeptanz und positiver Beachtung

Essentiell ist, sich im Umgang mit Mitmenschen der Verschiedenheit in der Wahrnehmung und ihrer Bewertung bewusst zu sein. Meine Wahrheit ist vermutlich nicht die Wahrheit meines Gegenübers, es gibt viele verschiedene Aspekte, Hintergründe, Schichten, Perspektiven… Wir können als Einzelperson nicht alles wissen und überblicken, umso wertvoller ist es, dass wir gegenseitig voneinander profitieren können, wenn wir offen für die Sichtweise unserer Mitmenschen sind. Ich musste schon oft im Leben einsehen, mal mehr, mal weniger schmerzhaft, dass eine einseitige Betrachtungsweise meinerseits, eine Halsstarrigkeit, meistens eine Sackgasse ist. Viel mehr Optionen bietet Offenheit für die Vielfalt des menschlichen Lebens und Wirkens!

Wahrnehmung kann man trainieren! Zum Beispiel die visuelle Wahrnehmung mit Bildern

„Lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar!“ Astrid Lindgren

Ihr alle kennt hoffentlich Astrid Lindgren. Sie war und ist meine absolute Heldin und mein Vorbild in allen Lebenslagen. Berufsbedingt lese ich ihre Geschichten immer und immer wieder und kann euch sagen, ich finde nach vielen Malen immer wieder neue Schätze in ihren Büchern. Astrid Lindgren schrieb ungeheuer schöne Geschichten vom Leben, psychologisch und emotional sehr tiefsinnig und war nebenbei gesellschaftlich und politisch engagiert. Frühzeitig erkannte sie zum Beispiel die Ungeheuerlichkeit der Massentierhaltung, in der es Tieren wahnsinnig schlecht ergeht. In Vimmerby, Schweden, in Astrids ehemaligem Wohnhaus kann man in einer sehr liebevoll gestalteten Ausstellung mehr über ihr Leben erfahren. Ich wäre dieser Frau gerne persönlich begegnet, ihre Weisheit beeindruckt mich zutiefst. Ihre Art, Kinder zu sehen, rufe ich mir in meiner pädagogischen Praxis immer wieder ins Gedächtnis, sie führt und leitet mich wie ein phänomenaler Kompass. Heute vormittag war ich mit den Kindern im Freien, um Zweige für unseren Osterstrauß zu sammeln. Wir beschlossen, dass wir für diesen Anlass keine Spaziergehordnung in Reih und Glied benötigen würden, also sprangen, hüpften, liefen, sangen, jubelten die Kinder frei vor sich hin. Richtig frech, wild und wunderbar! Eine gute Woche an alle!

Lachyoga

Eine Kollegin von mir ist Lachyoga Trainerin. Die simple Idee hinter den Lachkursen ist, das eigene Gehirn zu überlisten, wenn einem gerade eigentlich nicht zum Lachen ist. Lacht man denn dann trotzdem, laufen im Körper und Gehirn die gleichen Prozesse wie beim freien, echten Lachen ab. Die Konsequenz ist, man fühlt sich danach besser! Diesen einfachen Trick kann man natürlich auch ohne Kurs anwenden, wir haben nur in der Gruppe festgestellt, dass Lachen mit Gleichgesinnten leichter fällt und die Animationsmethoden der Lachtrainerin unschlagbar sind. Es gibt zum Beispiel gemeinsame Lachwanderungen oder eine Lachrakete wird gestartet, in die alle in ihrer Fantasie einsteigen sollen. Meine Kollegin bietet das ganze in Pandemie Zeiten auch über Zoom an. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, Lachen auf Knopfdruck funktioniert, baut Druck ab und macht schön. Drei gute Argumente, um es auszuprobieren!

Poppi, dem Meerschwein, würde ein wenig Lachen auch nicht schaden 🙂

Haltung

Heute ist mir eine Anliegen, über die eigene innere Haltung zu schreiben (ist nicht das erste und bestimmt nicht das letzte Mal!). Grundsätzlich bin ich ein Viel-Leser (vor allem Bücher), vermeide Nachrichten in Zeitungen und Fernsehen und allzuviel Social Media Aktivität, weil ich merke, dass mich diese Art der Information stark in Beschlag nimmt und mir Zeit raubt, die ich lieber für das gegenwärtige Leben übrig habe. Gerade in unserer heutigen Zeit geprägt von einer Pandemie, die für niemanden überschaubar war, ist oder sein wird, bin ich umso stärker der Meinung, dass es ungeheuer wichtig ist, sich auf sich selbst zu konzentrieren und beim eigenen Weg, bei der eigenen inneren Haltung zu bleiben. Man kann leicht vom Weg abkommen, wenn man sich von meinungsbildenden Medien beeinflussen lässt. Jeder, der andere von seinen eigenen Idealen und Überzeugungen bekehren möchte, findet unzählige Platformen und Möglichkeiten, die eigene Wahrheit kundzutun. Es gibt aber nicht DIE Wahrheit, jeder kann auf seine Weise, aus seiner Perspektive zum Beispiel in einem Konflikt Recht haben. Ich wünsche mir, dass die Menschen sich viel öfter stehen lassen und einander respektieren, versuchen, in den Schuhen des Anderen zu gehen und voneinander profitieren. Die Ablenkung durch unsere modernen Medien schafft oft bei mir Verunsicherung und ich habe gemerkt, es lebt sich viel angenehmer im Vertrauen. Ich verwende meine Lebenszeit lieber darauf, mein Vertrauen ins Leben zu stärken. Dann kann ich auch für andere stark sein.