Den eigenen Weg gehen

Gestern war ich mal wieder bei einer Vorsorgeuntersuchung. So wichtig Vorsorge ist, so verunsichert gehe ich in und komme ich aus den Praxen, denn ich werde jedes Mal zurückgeworfen in den Moment der Wahrheit im Mai. In der Zeit zwischen den Vorsorgeuntersuchungen geht es mir gut, ich vergesse dann schon ganz oft meine überstandene Krankheit. Ich werde mit Sicherheit noch cooler werden in den nächsten Monaten und Jahren, aber ich habe heute für mich beschlossen, dass ich meinen eigenen Vorsorge-Weg finden muss, der mich nicht mehr über die Maßen stresst. Ich gehöre zu den Menschen, die von der enorm wichtigen Bedeutung eines Gleichgewichtes von Körper, Seele und Geist überzeugt sind. In diesem Sinne ist für mich wichtig, dieses Gleichgewicht möglichst oft herstellen und halten zu können. Dazu werde ich nun noch stärker mein Bauchgefühl befragen und bei der Entscheidung nutzen, ob ich einen Termin wahrnehme oder nicht. In der ganzen Zeit der akuten Krankheitszeit bin ich nämlich unglaublich gut mit meinem Bauchgefühl klar gekommen. Es hat mich geführt und geleitet, ich hatte Vertrauen, dass alles gut ist und gut geht. Dieses Vertrauen in mich heißt es nun wieder zu festigen, es ist leicht erschüttert durch die ganzen verschiedenen Ultraschalls und Blutuntersuchungen und durch den unterschiedlichen Umgang der verschiedenen Ärzte mit mir als Patientin. Einer schaut besorgt auf den Ultraschallbildschirm, der nächste plaudert über die Leberoberfläche, um die Atmosphäre zu entspannen, die dritte rechnet die Mortalitätsrate im Vergleich zum „normalen“ Menschen vor und man liegt oder sitzt da und will am liebsten alle Sinne verschließen, um nichts mehr wahrnehmen und in die Handlungen und Aussagen interpretieren zu können. Das ist nämlich meistens mein persönliches Ergebnis eines Besuchs in einer Praxis. Ich interpretiere und deute ALLES erlebte, meistens zu meinen Ungunsten. Mein Kopfkino springt an, ich male mir alle möglichen Schreckensszenarien aus und belaste mein Bewusstsein und meine Energie unnötig lange damit. Deshalb google ich ja auch nicht, da mein Schwarzseher-Kanal sowas von offen ist für Bad News. Dies ist auch erst der Fall, seit ich tatsächlich diese Diagnose erhielt, davor war ich überzeugt davon, dass ich nicht krank sein kann! Also auch im Urvertrauen erschüttert. Ich denke, ich übe mich nun täglich im Zurückgewinnen meiner Fähigkeit, mir selber zu vertrauen und beobachte meinen Körper und meine Seele, um herauszufinden, was gut für mich ist. Für mich ein wirklich bewährter und richtiger Weg. Mein eigener Weg.

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