Ernährung

Ich lese gerade „Wir sind das Klima“ von Jonathan Safran Foer. Ich habe auch schon „Tiere essen“ von ihm gelesen. Beide Bücher verstören mich zutiefst und motivieren mich bewusst meine Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen. Nicht nur, weil es für mich wichtig und gesund ist, sondern auch, weil ich eine Verantwortung erkenne, die ich übernehmen muss. Im Gespräch mit einer Bekannten über „Tiere essen“ äußerte sie den Satz: „Da darf man gar nicht darüber nachdenken.“ Hm. Ich denke doch. Ich denke sogar, jeder einzelne MUSS darüber nachdenken, was er zu sich nimmt und womit er seinen Körper stärken möchte! „Tiere essen“ hat mich während des Lesens so mitgenommen (ich lese viel, schon lange und die unterschiedlichsten Genres), dass ich laut weinend in meinem Lesesessel saß und nachhaltig schockiert bin über das System, in dem Tiere ausgebeutet und gequält werden. Ich habe natürlich früher schon Berichte gelesen oder gesehen, allerdings ging ich da möglichst vielen aus dem Weg, las nur Überschriften oder schaltete um. Nun weiß ich, ich darf die Augen nicht zumachen vor einer Realität, in der unsere Nahrung auf soviel Leid und Schmerz basiert. Es scheiden sich die Geister über alle möglichen Ernährungsformen, ich denke, jeder einzelne muss einen Weg durch den üppigen Dschungel der Ernährungswissenschaften finden, für sich entscheiden und erleben, was ihm gut tut oder nicht. Tatsache ist jedoch in meinen Augen, dass Fleisch von Tieren, die unter so schrecklichen Bedingungen ihr kurzes Dasein fristen müssen, defintiv ungesund und schädlich sein muss und der billige Preis Hohn und Spott für das bemitleidenswerte Lebewesen ist. Abgesehen davon, dass die Massentierhaltung einer der schädlichsten und gewichtigsten Faktoren in der Beschleunigung des Klimawandels ist. Der Verbraucher bestimmt den Markt. Das ist unsere Chance, aktiv an einer Verbesserung der Situation mitzuwirken. Ich versuche so oft wie möglich regional, saisonal und plastikfrei einzukaufen. Ich falle natürlich hin und wieder in alte Verhaltensmuster, meistens aus reiner Bequemlichkeit (das Obstnetz vergessen, es muss schnell gehen, einmal ist keinmal…) und bin dann ärgerlich mit mir selber, aber es gelingt immer besser! Richtig unglaubwürdig bin ich in Runden, in denen ich mich für gesunde Ernährung stark mache und dann zugebe, dass ich ja Krebs bekam… 🙂 (ein kleiner Scherz am Rande, mit Humor geht ja wie bereits erwähnt alles besser). Dennoch geht uns diese Verantwortung alle etwas an, die Folgen sind unfassbar gefährlich und, wie ich bei Foer gelesen habe, treffen diese nun schon seit geraumer Zeit in erster Linie die Menschen, deren Verhalten im Gesamtkontext verschwindend geringe Schäden verursacht, z.B. Bangladeshi. Richtig gut gefällt mir das Zitat

„Stell dir vor, du hättest nie im Leben eine Zigarette angerührt, wärst aber gezwungen, die gesundheitlichen Folgen eines Kettenrauchers auf der anderen Seite des Planeten zu tragen. Stell dir vor, der Raucher bliebe kerngesunder Spitzenreiter der Glücksrangliste – würde Jahr für Jahr weiterrauchen und seiner Sucht frönen -, während du an Lungenkrebs leidest.“

Kann man sich vor dieser Verantwortung drücken? Ich sage nein. Mein Zauberwort ist Präsenz. Im Hier und Jetzt bewusst zu entscheiden, ein Stück Fleisch zu essen, dessen Gewinnung die Erde gefährdet und das durchseucht ist mit Medikamenten, Hormonen und Abfall, traue ich keiner Menschenseele zu! Die Unbewusstheit ist unsere größte Herausforderung!

Ein schönes erstes Adventswochenende!

Die Natur benötigt Achtung, Respekt und einen achtsamen Umgang

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