Der Abschied in einer Begleitung

Unweigerlich führt eine Begleitung früher oder später zum Loslassen und voneinander verabschieden.

Mein begleiteter Mensch lag nach ungefähr zwei Wochen bewusster Besuche, Gespräche und Wahrnehmung eines Tages schlafend in seinem Bett. Seine seltenen Atemzüge und das Nicht-Reagieren auf meine Ansprache oder Berührung offenbarte mir, dass unser gemeinsames Stückchen Weg nun ein greifbares Ende haben wird. Ein eigenartiges Gefühl für mich, das ich bereits bei sterbenden Verwandten in der Vergangenheit verspürte. Unvorstellbar fast, denn in allem, was ich über einen Zeitraum regelmäßig tue, entwickelt sich für mich eine Routine. Besuche beispielsweise in der Palliativ – Station. Dass diese jeweilige Routine endet, ist unvorstellbarerweise immer wieder eine neue Erfahrung für mich, obwohl ich dies schon mehrfach erlebt habe.

Ich saß an dem Tag am Krankenbett, hielt die Hand und blieb geraume Zeit, in der ich versuchte, den Atem Rhythmus aufzunehmen und bei besonders schweren Atemzügen leise kommentierte, dass ich spüre, dass das Leben und vermutlich das letzte Stückchen Weg für den Menschen manchmal sehr schwer zu schaffen war und wäre. Mein Geist rekapitulierte nochmal alle unsere Gespräche und Erlebnisse und ich dankte stumm für die geteilte Zeit und das Vertrauen.

Ich verabschiedete mich schließlich in dem Bewusstsein, dass es das letzte Mal gewesen sein könnte… war es aber nicht, so viel verrate ich schon mal!

Eine gesegnete Woche!

Christine

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