Ich wurde gebeten, bei einer Begleitung für eine Kollegin einzuspringen, die schon seit ein paar Wochen einen gemeinsamen Weg mit einem sehr alten, kranken Menschen ging. Ich sagte gleich zu, damit ich den Sprung ins kalte, neue Gewässer nicht zu lange hinausschieben würde.
Absichtslos und etwas aufgeregt machte ich mich also auf den Weg zu dem sterbenden Menschen. Eine direkte Kommunikation war nicht mehr möglich, also setzte ich mich einfach ins Zimmer ans Bett, stellte mich vor und blieb sitzen.
Es fiel mir erst mal nicht leicht, nichts zu tun, sondern einfach nur zu sitzen und sozusagen mit zu warten. Je länger ich aber dort saß, desto mehr kehrte Ruhe und Gelassenheit ein. Ich passte mich dem Atem Rhythmus an und redete im Geist mit dem Menschen, vorwiegend über Fotos, die Angehörige zeigten. Die Gedanken kamen und gingen und es war gut so.
Der Mensch ging, kurz bevor ich meinen zweiten Besuch machen wollte.
Eine sehr kurze erste Erfahrung, dennoch eindrücklich, weil ich das Gefühl hatte, mit meiner Anwesenheit etwas zu bewirken. Da-Sein und Mit-Aushalten, etwas, was ich mir vorstellen kann, mir in einer ähnlichen Situation auch zu wünschen!
Eine wundervolle Woche
